Brandon Sanderson: Kinder des Nebels

„Kinder des Nebels“ ist der Auftakt zu einer Trilogie um den Führer einer Diebesbande und ein armes, halb verhungertes Mädchen aus den Elendsvierteln einer Endzeit-Welt.
Sanderson wählte wenig einfallsreich eine ungerechte Welt, in der das einfache Volk vom Adel unterdrückt wird. Allen voran steht der „Oberste Herrscher“, ein gottgleiches, unsterbliches Geschöpf, das Zielscheibe des Hasses der Hauptprotagonisten ist. Die Missstände, die Stimmung, das Klima – alles wird deutlich beschrieben, alles einleuchtend, der Leser kann sich ein sehr gutes Bild machen.

Schön ist auch die Karte zu Beginn des Buches. Leider wird sie auf dem Kindle sehr klein dargestellt, was das Lesen der Ortsnamen ein wenig schwierig macht.

Das hat mir gefallen:
Besonders gut finde ich das neuartige Magie-System, das Sanderson für „Kinder des Nebels“ entworfen hat. Die Magie, ihre Herkunft und ihr Wirken werden sehr gut erklärt, sodass man sich super hineindenken kann. So lassen sich sehr viele Handlungen trotz der neuen und speziellen Begriffe leicht verstehen und nachvollziehen. Zum Schluss gibt es auch noch mal ein kleines Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe dieses Magie-Systems erläutert werden. Für besonders Neugierige gibt es auf der Website brandonsanderson.com noch weitere Erläuterungen sowie nicht veröffentlichte Szenen aus dem Roman.

Das hat mir nicht gefallen:
An der sprachlichen Gestaltung des Romans habe ich leider einiges auszusetzen. Vor allem hat es mich während des Lesens gestört, dass ständig Sätze nicht zu Ende geführt werden, sondern in drei kleine Pünktchen auslaufen. Das mag an einigen wenigen Stellen passend erscheinen, unterbricht aber meistens nur den Lesefluss und stört doch ziemlich.
Außerdem stören die vielen wiederholten Ausdrücke. So werden andauernd die Stirn kraus gezogen, eine Braue gehoben oder – sehr unpassend – gekichert.
Zudem fand ich die Entwicklung der weiblichen Hauptfigur ein wenig schlecht durchdacht, ohne da jetzt weiter auf den Inhalt eingehen zu wollen. Die Hauptfiguren sind dennoch sympathisch. Die Nebenfiguren bleiben leider z.T. ein wenig farblos, aber vielleicht kommt das noch im Verlauf der Trilogie.

Bis 60% des Buches hat es mich leider nicht gepackt. Danach wird es dann doch noch spannend, auch wenn die Spannungskurve eher flach verläuft. Das kann man verzeihen, da man dennoch getrieben ist, die Story bis zu ihrem Ende mitzuverfolgen – interessant genug ist sie. Das Ende ist dann irgendwie zu einfach und dadurch ein wenig enttäuschend. Außerdem ist die Story des ersten Bandes in sich abgeschlossen. Da frage ich mich schon, was in Teil 2 und 3 noch kommen soll. Aber um es mit den Worten des Bandenführers aus dem Roman zu sagen: „Es gibt immer noch ein weiteres Geheimnis“.

Drei Sterne für solide Unterhaltung mit einer tollen neuen Art der Magie.

http://www.amazon.de/Kinder-des-Nebels-Roman-ebook/dp/B006281IJQ/ref=cm_cr-mr-title

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