Lutz Schebesta: Frauenheld

Neues Jahr, neue Gesichter: Ab jetzt rezensiert Paul mit. Paul ist ein weißes Kaninchen, das mich bereits seit einem Jahr bei einem Projekt begleitet. Über meinen Umzug im letzten Sommer ist dieses Projekt leider ein wenig zum Stillstand gekommen, weshalb Paul mehr oder minder arbeitslos wurde. Darum habe ich ihm nun einen neuen Job als Leseratten-Model und Co-Rezensent angeboten, den er gerne angenommen hat.

Also: Big Hands für Paul und unsere erste gemeinsame Rezension:  „Frauenheld“ von Lutz Schebesta

Anfangs war ich doch sehr irritiert von diesem Buch. Ich hatte einen typischen Frauenroman erwartet. Aber das war  nicht, was ich bekommen habe. Einen typischen „Männerroman“ stelle ich mir so aber auch nicht vor. Paul sagt, er habe dazu keine Meinung, da er am liebsten einen „Kaninchenroman“ gelesen hätte.

Das Buch ist aus der Sicht eines erfolglosen Aufreißers geschrieben, der sich echt für den geilsten Typen im Universum hält. Allein das lässt ihn immer unsympathischer werden. Ständig habe ich mich während des Lesens gefragt „Denken Männer wirklich so?“, „Ticken die so?“. Und obwohl ich mit einem zusammen lebe, kam mir dieser „Frauenheld“  aus dem Nicht-Frauen-und-nicht-Männer-Roman dann mit seiner Denke und seinem Handeln extrem fremd vor. Und unglaubwürdig. Das änderte sich auch nicht mehr.

Gut ist sicherlich die Schreibweise – einfach, modern, schnörkellos, männlich (?). Die Dialoge sind gelungen, die Chat-Gespräche eher weniger. Sowas zu erfinden klingt immer irgendwie hölzern. Im Vergleich zu einem anderen Buch, das ich mal gelesen habe, das von einer Frau geschrieben worden war, die auch von Partnersuche im Internet berichtete, klang bei Schebesta kein einziger Chat auch nur annähernd real. Das hat mich ein wenig gestört.

Alles in allem fiel es mir schwer, mit dem Buch wirklich warm zu werden. Sicher, es konnte mich schon zu Lachen und Staunen bringen, aber so richtig einsteigen konnte ich nicht. Vielleicht ist das einfach leichter, wenn man als Frau  – oder als Kaninchen (Anm. von Paul) die Sichtweise einer Frau nachvollziehen  soll als die von einem Mann.

Drei Sterne gibt es für „Frauenheld“.

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