O. Kraemer, C. Jeltsch: Abaton – Vom Ende der Angst

Schon wieder ein Buch über die Nazis – das war mein erster Gedanke, als ich die ersten, ehrlich gesagt, schwer zu durchblickenden Seiten las. Sind wir noch immer nicht darüber hinweg, dass selbst in modernsten Jugendbüchern dieses dunkle deutsche Kapitel beleuchtet werden muss? Aber anscheinend muss es. Auch wenn es hier sicherlich nicht so aufgearbeitet wird, wie man es vielleicht aus dem Schulunterricht kennt. Dennoch lenkt dieser Kriegsanfang das Buch in eine Richtung, die anfangs nicht zu erahnen und später nicht zu fassen ist.abaton

Worauf das Buch an sich hinausläuft, bleibt lange unklar. Überhaupt bleibt vieles lange unklar. Und man bleibt mit dem Gefühl zurück, dass da noch mehr kommt. Mehr kommen muss. Laut amazon noch zwei Folgeromane.

Nachdem einem die minderjährigen Hauptfiguren allmählich ans Herz gewachsen sind – es war ein langer Prozess, leicht gemacht haben sie es mir nicht – möchte man schließlich wissen, was aus ihnen wird. Und sie sind da nun mal in was wirklich Spannendes rein geraten. Und ohne zu viel verraten zu wollen, geht es um Manipulation und Vertrauen, um die Nazis, um eine bessere Zukunft, um Entführungen und Verschwörungstheorien und um Zauberer, die Paul gar nicht mag, weil sie weiße Kaninchen in Hüte stecken. Dazu gibt es genügend Freunde und Feinde, Verfolgungsjagden, Tote und Rätsel.  Nicht nur für Jugendliche spannend und lesenswert erzählt.

Besonders gelungen ist der erste Teil des Buches, das in drei Teile gegliedert ist. Denn er wird nicht chronologisch erzählt. So wird die eigentlich unspektakuläre Geschichte dreier Jugendlicher, die sich gerade erst kennenlernen, deutlich interessanter gestaltet. Paul sagt, die Struktur erinnert ihn an einen Kaninchenbau, so verworren war das am Anfang. Zudem erhält man so die Informationen in einer ungewohnten Reihenfolge, die einen dazu zwingt, dran zu bleiben und zu verfolgen, was mit den dreien geschieht.

Nachdem ich den wirren Epilog also endlich überwunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen. Gezwungenermaßen musste ich das leider öfter las mir lieb war, sodass sich die eigentlich rasante Geschichte für mich eher langsam entwickelt hat. Also meine Empfehlung: Besser lesen, wenn man Zeit hat. Dann braucht man zwar wahrscheinlich nur einen oder zwei Tage, ist aber besser im Geschehen drin.

Alles in allem hat mir Abaton doch besser gefallen als erwartet. 3,5 Sterne vergeben Paul und ich.

Dieser Beitrag wurde unter Books abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu O. Kraemer, C. Jeltsch: Abaton – Vom Ende der Angst

  1. Oh, ganz anderes Thema, aber: genau das gleiche Kuscheltier-Häschen hab ich auch, war grad amüsiert es hier zu sehen :-)

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s