Die Sache mit der Lebensmittelverschwendung

Der geneigte Leser weiß: Ich studiere was mit Lebensmitteln. Und aus gegebenem Anlass möchte ich euch da gerne ein bisschen mehr drüber erzählen.taste the waste

Spätestens seit 2011 der Film „Taste the Waste“ von Valentin Thurn für Aufsehen sorgte, wissen viele: Wir werfen zu viel Essen weg. Und noch mehr wird weggeworfen und verschwendet, bevor es uns überhaupt erreicht. Es bleibt ungeerntet auf dem Feld liegen, weil es krumm und hässlich oder zu klein ist. Es landet in Mülltonnen, weil das MHD in Kürze abläuft. Es ist für Supermärkte teurer, die Ware umzuetikettieren und zu einem günstigeren Preis anzubieten, als sie wegzuschmeißen. Und wenn man dann die Mülltonnen plündert, ist das Diebstahl und Hausfriedensbruch.

In erster Linie aber ist das Verschwendung!

1,3 Milliarden Tonnen – das ist etwa ein Drittel des weltweit produzierten Essens – werden jedes Jahr weggeworfen. Und das in den meisten Fällen, obwohl es noch verzehrbar ist.

Nun sind wir alle kleiner Verbraucher, die natürlich nur bedingt verhindern können, dass Gemüse untergepflügt statt verkauft wird. Eine Berliner Initiative macht das jetzt leichter: Culinary Misfits.

Die zwei Mädels, die Culinary Misfits ins Leben gerufen haben, geben auch hässlichem Gemüse eine Chance und machen daraus allerlei Leckeres. Sie verarbeiten dreibeinige Möhren und knollige Kartoffeln – also alles, was nicht in die Supermarktregale kommt, weil es angeblich nicht schön genug ist. Dabei sind genau die gleichen Vitamine in der gleichen Menge enthalten. Krummes Gemüse ist nicht schlechter als gerades.

Solche Aktionen und Projekte sollte es viel mehr geben! Daher finde ich es besonders gut, dass sich dieser Traum dank crowdfunding verwirklichen ließ. Schaut euch unbedingt mal das Video zum Projekt auf der crowdfunding-Plattform startnext an.

Wohnt jemand von euch in Berlin und kann sich den Laden mal für mich anschauen? Ich bin wirklich neugierig, wie das Projekt umgesetzt wurde!

Aber auch deutschlandweit geht was: foodsharing heißt die Lösung, mit der wir nichts mehr wegwerfen müssen.fs_crowdfunding - Kopie

Bei foodsharing handelt es sich um eine Plattform, auf der man Lebensmittel anbieten kann, die man selber nicht verbraucht, die aber noch haltbar sind. Oder man kann sich mit anderen foodsharern verabreden, um gemeinsam zu kochen, weil man Vorräte hat, die unbedingt weg müssen, man aber alleine nicht alles essen kann.

Dabei kann man natürlich in einem begrenzten Gebiet (eine Stadt, eine Postleitzahl) suchen, damit man auch möglichst schnell an die Lebensmittel ran kommt. In Zukunft soll es sogar eine App geben, mit der man sich dann von überall Einkaufskörbe – so heißen die Lebensmittelangebote anderer Mitglieder –  sichern kann.

Außerdem kann man aktiv foodsharer werden und sich für die Community einsetzen, Kooperationen mit Supermärkten anleihern und Botschafter werden. Die Gemeinschaft der Essens-Teiler wächst und wächst.

Auch foodsharing entstand dank crowdfunding, was beweist, dass es genug Menschen da draußen gibt, die ihr Essen wertschätzen und denen es wehtut, Essbares wegzuschmeißen.fs_gemeinsam_erreicht_05052013 - Kopie

Außerdem sollte man natürlich auch nur kaufen, was man wirklich braucht und verbrauchen kann. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Zu diesem Thema kann ich euch aber Kochabo.de empfehlen, bei denen ihr nur bekommt, was ihr auch wirklich für die Rezepte braucht ;)

Heute wollte ich euch mal zeigen, was es schon Gutes gibt, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Natürlich kann ich mehr dazu schreiben, wenn da von eurer Seite aus Interesse besteht ;)

In eigener Sache habe ich nun eine Bitte an euch. Zusammen mit ein paar Kommilitonen haben wir einen Fragebogen erstellt, der das Verhalten von Verbrauchern – also von uns allen – in Bezug auf Lebensmitteleinkäufe untersuchen soll. Ich wäre euch sooooo unglaublich dankbar, wenn ihr diesen Fragebogen ausfüllen könntet. Es dauert zwischen 15 und 20 Minuten und wir möchten von euch wissen, wie ihr einkauft, wie ihr kocht und wie ihr wegwerft. Alles anonym natürlich! Seid einfach ehrlich. Ihr wärt mir eine riiiiiiesengroße Hilfe!

Hier geht es zum Fragebogen. (Danke! Danke! Danke!)

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9 Antworten zu Die Sache mit der Lebensmittelverschwendung

  1. Jana schreibt:

    Mal ganz ehrlich: 15-20 Minuten ist schamlos übertrieben! Ich habe ihn sehr gewissenhaft und sorgfältig ausgefüllt, und keine 10 Minuten gebraucht ^^

    Liebe Grüße,
    Jana

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    • Julia schreibt:

      Aber das ist doch schon mal gut =) Besser als andersrum auf jeden Fall. Bei den Testdurchläufen hatten wir das Gefühl, 15 min seien das Minimum. Aber da wir die Fragen noch mal überarbeitet haben, sind sie jetzt vielleicht doch so gut verständlich, dass man gar nicht mehr so lange braucht.
      Freut mich auf jeden Fall, dass du schon mitgemacht und fleißig geteilt hast!

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      • Jana schreibt:

        Dafür sind Freunde doch da ;)
        Nein, mal im Ernst: Ich finde das Thema super interessant, und würde gerne die Ergebnisse erfahren, wenn ihr fertig seid!

        Liebe Grüße,
        Jana

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  2. giftmischerin86 schreibt:

    Hallo,
    habe deinen Test auch mitgemacht, finde das Thema wirklich sehr wichtig. Bei Foodsharing bin ich schon seit dem Anfang dabei, leider schnappt mir immer jemand das weg, was ich gerne hätte :-) Liebe Grüße Claudi

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    • Julia schreibt:

      Hallo Claudi,
      hast du denn auch schon selber Körbe angeboten?
      Ich plane meine Einkäufe mit Einkaufsliste und Wochen-Essensplan und bin außerdem gut im Reste verwerten, sodass ich bisher nicht in die Verlegenheit gekommen bin, mal was anbieten zu können.
      Und einen Einkaufskorb von jemand anderem habe ich bisher auch nicht abgeholt, da im Raum meiner PLZ in den letzten Wochen kaum was angeboten wurde. Aber das ist ja auch gar nicht schlimm – spricht ja vielleicht auch dafür, dass die anderen Menschen in meiner Umgebung auch selten zu viel haben ;)

      LG

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      • giftmischerin86 schreibt:

        Hallo,
        nein, ich habe noch keine Körbe angeboten da ich auch sehr wenig Reste habe, die ich dann einfriere oder anders verwerte,
        Oder die Leute machen keine Körbe sondern werfen nur weg :-(
        Liebe Grüße

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  3. christinakapl schreibt:

    Hi Julia,
    das ist ja toll, ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt! Eine wirklich gute Sache. Und foodsharing gibt es offenbar auch in Österreich, nur leider ist da in meiner Stadt noch niemand vertreten =/
    Dann muss ich wohl den Anfang machen!

    Der Link zum Fragebogen funktioniert bei mir leider nicht, ich bekomme da immer folgende Meldung:
    Error 404: Invalid Internet Address
    We’re sorry. There is no content available for the URL
    https://www.soscisurvey.de/foodwaste/

    lg, christina

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