Vimere : The Deo Diary

Der folgende Test ist aus reinem Eigennutzen entstanden. Und er ist meine letzte Hoffnung, bevor ich wahrscheinlich auf irgendwelche Naturheilkräuter-Selbst-anrühr-Gemische zurückgreifen muss. Oder  – und das ist die absolut letzte Möglichkeit – im Wald als einsamer, stinkender Hippie hausen muss.

Kaputte, geschädigte, empfindliche Haut. Manchmal frage ich mich, ob das eine Erscheinung unserer modernen Welt ist, in der wir einfach viel zu viel Chemie auf und in unsere Körper dringen lassen. Ich bin auf dem Land groß geworden und hatte nie eine Allergie – bis ich 18 war und plötzlich aussah wie ein schmerzhaft juckender, roter Streuselkuchen. Dank Allergietest und allergikerfreundlichen Produkten bekommt man ja einiges in den Griff und ich war sehr lange mehr oder weniger beschwerdefrei. Jetzt plagt mich seit etwa einem Jahr eine neue Art der Hautirritation, die sehr hartnäckig ist.

Bereits im letzten Jahr hatte ich euch von meinen Erfahrungen mit Achselpads berichtet, die ich zu einer Zeit getestet habe, in der ich kein Deo benutzen durfte, um die Haut nicht noch weiter zu reizen, weil ich eine Hautinfektion unter den Achseln hatte. Nach einer einmonatigen Deo-Abstinenz durfte ich wieder und habe verschiedene Produkte ausprobiert. Letztendlich landete ich bei einem aluminiumsalzfreien Deo-Spray, mit dem ich sehr zufrieden war. Meine Haut allerdings war da wohl anderer Meinung und vor ein paar Wochen war die Irritation juckend zurück.

Konsequenz: Deo-Verbot! Absolut. Und nicht nur einen Monat. Mindestens einen Monat. Und ohne Garantie, dass, sobald ich wieder Deo benutze, die Irritation nicht doch zurückkehren kann.

Jetzt haben wir aber nicht Oktober und ich kann auffällig große Achselpads in meine Pullis kleben. Nein, wir haben 30°C im Schatten (denn die Diagnose bekam ich Ende Juli) und ich schwitze schon, wenn ich nur vor meinem Rechner sitze und mich nicht bewege. Dazu kommen meine fast täglichen Fahrten mit dem Fahrrad und mindestens zwei mal in der Woche Sport. Hallo? Wie soll man da bitte ohne Deo auskommen?vimereUngefähr eine Woche lang ertrage ich die Scham, stinke ein bisschen vor mich hin und googlele so lustige Sachen wie „Alternative zu Deo“. Ich lande natürlich auch auf den Selber-anrühren-Hausmittelchen-Seiten und lese mich durch peinlich berührte Foreneintäge. Ich bin froh, dass auch andere Menschen solche Probleme haben. Und ich entdecke Vimere. In mehr als einem Beitrag wird das Produkt empfohlen.  Auf der Website des Herstellers mache ich mich schlau: Eine Deo-Creme, die man nur einmal in der Woche auftragen muss und die Hautbakterien und –pilzen die Nährstoffgrundlage entzieht, sodass es  nicht zur Geruchsbildung kommen kann. Denn Schweiß an sich ist ja geruchlos. Er fängt erst an zu riechen, wenn die Hautflora (also die Bakterien und Pilze und so) anfangen, ihn zu zersetzen.

Ich lese von vielen Leuten mit empfindlicher Haut, die auf Vimere schwören. Und die alle sagen, dass es wirklich funktioniert. Und dass sie mit einer Creme-Dose, die 30 g Deo enthält und rund 18 Euro kostet, ein Jahr auskommen, weil man die Creme wirklich nur einmal in der Woche benutzen muss.

Okay, denke ich mir, was kann schon passieren, außer dass die Irritation bleibt? Ich wage also den Selbstversuch.

Wie geraten, teste ich die Creme erst über Nacht in der Armbeuge. Das soll man machen, wenn man zu Allergien neigt. Das einzige, was passiert: Auch am nächsten Morgen ist noch ein feiner weißer Film auf der Armbeuge zu sehen, der sich aber leicht abwaschen lässt. Kein Jucken, kein Ausschlag. Also: Bühne frei für Vimere!vimere_allergietest

Tag 1: Wie empfohlen, trage ich die Creme abends im Achselbereich auf, ohne sie einzumassieren. Der Auftrag ist nicht sonderlich cremig, sondern eher trocken. Ein bisschen klebrig ist das zurückbleibende Gefühl, solange die Creme nicht vollständig getrocknet ist. Außerdem riecht sie aufdringlich intensiv nach Zitrone. Der Geruch verfliegt allerdings, noch bevor ich eingeschlafen bin. Oder ich habe mich einfach dran gewöhnt. Eins von beidem.

Tag 2: In der Nacht waren es deutlich über 20 Grad. Der Ventilator hat kaum geholfen. Morgens mache ich den Schnuppertest. Besser als ohne Deo, aber auch nicht so super-zitronen-frisch wie ich erwartet hatte. Ich wasche mich, danach bin ich natürlich wieder richtig frisch, die Deo-Creme erneuere ich nicht.

Bei der ersten Anwendung soll man den Auftrag am zweiten Abend wiederholen, bevor sich ein eigener Rhythmus einstellt, der von einer 7- bis 10-Tage-Wirkung schwanken kann. Daher trage ich die Deo-Creme am zweiten Abend erneut auf.

Tag 3: Am Morgen rieche ich herrlich frisch, ohne besonders nach Zitronen zu duften. Ich bin guter Dinge, fahre aber nicht mit dem Fahrrad sondern der Straßenbahn zur Arbeit, weil es regnet.  Bei der Arbeit alles paletti so schwitztechnisch gesehen. Am Nachmittag gönne ich mir eine Pause bevor ich eine Lern-Nachtschicht einlege, schlafe etwa zwei Stunden, wache auf und rieche irgendwie nicht mehr ganz so frisch. Doof. Ich beginne, an dem Sieben-Tage-frisch-Versprechen zu zweifeln, gebe aber nicht auf, weil das ja gerade mal der Anfang ist. Vielleicht muss sich die Haut erst an das Produkt gewöhnen? Vielleicht kommt der Geruch auch gar nicht vom Schweiß, sondern beruht auf einer Wechselwirkung des ärztlich verschriebenen Puders mit der Vimere-Creme?

Tag 4: Stinky und unzufrieden. Und meine Achseln jucken! Ich bin nicht sicher, ob ich das auf eine Unverträglichkeit bezüglich der Deo-Creme, auf eine Wechselwirkung oder auf die einfach immer noch kranke Haut schieben soll.

Tag 5: Die Irritation ist sehr trocken und sehr rot, ansonsten passiert nicht.

Tag 6: Ich bezweifle, dass überhaupt noch Deo-Creme-Reste auf meiner Haut zu finden sind. Ich lese hier, dass es angeblich sehr lange dauern kann, bis sich die Haut an weniger starke Deos gewöhnt. Allerdings habe ich schon wochenlang zuvor aluminiumfreies Deo genutzt (mit dem ich ja auch sehr zufrieden war, wenn das Deo-Verbot nicht wäre!). Meine Hoffnung ist erneut entfacht und ich gebe Vimere natürlich weiterhin eine Chance. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass es tatsächlich Studien gibt, die den Verdacht nahe legen, dass Aluminiumsalze, die z.B. über Deo auf und in die Haut gelangen, für die Entstehung von Alzheimer, Brustkrebs und Hautausschlägen verantwortlich sind. Natürlich ist heutzutage so gut wie alles irgendwie krebserregend, aber irgendwo muss man vielleicht auch mal damit anfangen, sich dem Risiko nicht mehr auszusetzen.

Tag 7: Ich plane eine intensive Sportstunde für Tag 8 und deshalb erneuere ich nach dem Duschen die Vimere Creme.  Etwa eine Stunde nach dem Auftragen bemerke ich ein unangenehmes Gefühl unter den Achseln. Irgendwie ein leichtes Brennen. Gefällt mir nicht!

Tag 8: Beim Sport stehe ich in der letzten Reihe und hoffe, dass niemand riecht, was ich rieche.

Tag 11: Schon am Mittag rieche ich ein bisschen muffelig. Dabei meine ich mir einzubilden, dass der Geruch eine zitronige Note besitzt. Ob doch noch Deocreme-Reste vorhanden sein sollten? Ich zweifle weiter und  bin froh, dass Klausurenphase ist, in der ich nur selten vor die Tür gehe.

Bei pinkpetzie lese ich einen Beitrag über selbstgemachte Deocremes und freue mich erneut, dass ich nicht die einzige mit Problemen bin. Außerdem überkommt mich das Gefühl, dass das Deo-Thema gerade wirklich brisant zu sein scheint. Ich werde auf jeden Fall weiterverfolgen, wie es bei ihr aussieht.

Tag 13: Hui! Ich schätze, das 7-Tage-Versprechen kann Vimere bei mir wirklich nicht halten. Nach 5 Tagen ist auch in der zweiten Runde Schluss mit lustig.

Erfahrt im zweiten Teil, ob es besser wird und was die Ärztin sagt.Unterschrift1

P.S.: Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Deo-Cremes gemacht? Musstet ihr auch schon mal auf Deo verzichten? Was habt ihr da gemacht?

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