Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial. Teil 4: Essen an der ligurischen Küste

Darauf habt ihr schon die ganze Woche gewartet, richtig? Endlich kommt der essentielle Artikel, denn es geht ums Essen. Und was ist bitte schöner und erholsamer als gutes Essen? Wir haben es uns jedenfalls gut gehen lassen – viel Eis und viel Wein inklusive ;)titelbild-part-4-das-essen-ligurien

SÜßES

Wenn man in Italien Eis bestellt, hat man zuallererst die Wahl zwischen verschieden großen Waffeln. Die Größe der Waffel bestimmt dann den Preis des Eises – der fängt bei 2 Euro an. Für 2 Euro bekommt man aber auch schon eine richtig große Menge Eis. Denn es gibt keine Kugeln, sondern eher einen Haufen, da das Eis mit einem Spatel in die Waffel geschaufelt wird. Und auch wenn ihr zwei Eissorten haben möchtet, zahlt ihr nur den Preis, den die Waffelgröße vorgibt, einen Pro-Kugel-Preis gibt es nicht. Sehr cool!

Richtig leckeres Eis haben wir z.B. in Manarola gegessen, ich hatte es bereits hier erwähnt. Aus dem Bahnhof in Manarola raus, nach rechts die Straße rauf, links liegt die kleine Gelateria mit der netten Verkäuferin mit den tollen bunten Haaren ;) Für 2,20 Euro – wahrscheinlich eine der Touristenflut geschuldete Preiserhöhung – gibt es sowas von leckeres Eis! So gutes Erdbeereis habe ich noch nie gegessen!

eis-manarolaFür die Riesenwaffel zahlt man 0,50 Euro Aufpreis, dafür bekommt man ja aber auch mehr Eis – Herr Fuchs kann davon nicht genug bekommen ;)

Auch in Santa Magherita Ligure haben wir Eis geschlemmt – und das gleich zweimal!

eis-santa-margheritaWenn man an der Hafenpromenade entlang läuft (vom Bahnhof aus) kommt kurz hinter den Bushaltestellen und dem Columbus-Denkmal diese kleine Eisdiele:

eisdiele-simonetti-santa-margherita-ligureAuch direkt am Strand von Recco entdeckten wir eine kleine Eisdiele. Habt ihr schon mal Pampelmusen-Eis gegessen? Sehr erfrischend!

In Camogli, direkt am Strand, gibt es mehrere Eisdielen. Allerdings alle sehr teuer. Für einen Eisbecher zahlt man da mal locker um die 7 Euro. Dafür ist das Eis aber wirklich lecker (das können die Italiener echt gut) und das Obst in meinem mehr Obstsalat als Eisbecher war ganz frisch!eis-obstsalat-camogli

Und wenn man mal Lust auf was Anderes hat, gibt es auch in Italien die altbekannten Crepes. Etwa 5 min von unserem Hotel entfernt fanden wir eine kleine, süß aufgemachte Creperia mit einer singenden Verkäuferin.

creperiaFür 4 Euro gibt es den klassischen Nutella-Crepes, für 50 Cent mehr gibt es den auch mit frischen Erdbeeren oder alternativ auch mit weißer Schokolade und Erdbeeren. Ebenfalls sehr lecker ;) Außerdem sehr zu empfehlen: Limonata, eine Zitronenlimo, die in Portofino hergestellt wird.

crepesSNACKS

Eine Snack-Bar direkt am Strand von Recco wurde uns von Freunden, die in Genua leben, empfohlen: Die Bar „La Barachetta“. Sie eignet sich besonders gut für den kleinen Hunger am Mittag. Man wird aber auch abends dort satt.

Was man auf jeden Fall bestellen sollte, wenn man die Bar aufsucht:  Die traditionelle Focacette. Das ist Focaccia gefüllt mit Käse und dann noch frittiert! Zwei machen schon satt, wenn man keinen Bärenhunger hat. Ansonsten kann man gebackenes Gemüse oder Focaccia Pizzata dazu bestellen, um satt zu werden.

ligurien-la-barachetta-focaccetteDER ITALIAN APERITIV

Im Vorfeld voll gehyped und unbedingt empfohlen: Der Aperitiv. Man bekäme dann ein Getränk nach Wahl und supertolle Snacks dazu.

In Portofino landeten wir in der Wine Bar Jolly und schluckten schwer, als wir die Preise sahen. Wirklich, Leute, Portofino ist ein teures Pflaster! Deshalb bestellten wir uns dann „nur“ den 16€-Aperitiv, weil uns die Hauptspeisen viel zu teuer waren und wir lieber woanders essen wollten.

Dieser Aperitiv bestand dann aus zwei Gläsern Aperol mit Orange, einer kleinen Schüssel Chips und einer kleinen, aber gut gefüllten Schale Oliven. Satt machte das nicht und glücklich irgendwie auch nicht. Auch wenn ich festgestellt habe, dass diese Oliven mir deutlich besser geschmeckt haben als alle, die ich je in Deutschland gegessen habe.

italian-aperitivRESTAURANTS

Im Hafen von Santa Magherita suchten wir ein Restaurant auf, das im Reiseführer mit dem wichtigen Zusatz, dass es für die teure Hafengegend eher niedrige Preise verlangt, empfohlen wird: Die Osteria No.7.

Oh, das Pesto. Sooo lecker! Ihr müsst wirklich unbedingt etwas mit Pesto bestellen, wenn ihr in Ligurien seid. Es ist so viel leckerer und besser und weniger fettig und so frisch und grün und überhaupt… lecker lecker lecker!

Ich hatte Trofie – das ist eine ligurische Nudelsorte, die noch per Hand zubereitet wird – mit Pesto. Die Portion war gerade richtig, kleiner hätte sie nicht sein sollte. Allerdings scheinen die Italiener Pasta gern als Vorspeise zu essen, weshalb die Portionen immer kleiner ausfallen als wir sie vielleicht gewohnt sind.

ligurien-trofie-handmade-pasta-mit-pestoHerr Fuchs hatte Tintenfischringe, die allerdings nicht frisch sondern gefroren waren. Das gibt natürlich Punktabzug. Denn ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie ein Restaurant, das a) direkt am Hafen liegt und b) im Reiseführer empfohlen wird, keinen frischen Fisch anbieten kann.

Das Essen war aber richtig lecker und wir bekamen sogar eine Bedienung, die Englisch sprach, was in Italien nicht Gang und Gäbe ist. Viele Italiener sprechen und verstehen es nicht.

In Recco selber sind die Restaurants, wie ich bereits in Teil 1 sagte, eindeutig auf Touristen eingestellt. Die Speisekarten sind quasi austauschbar, die Restaurants unterscheiden sich höchstens in Qualität oder Preisen.  Auf jeden Fall aber sind diese Touri-Preise deutlich höher als die Preise in den Restaurants in den Nicht-Touri-Gegenden.

Das „Rusticone“ in Recco hat preislich auf jeden Fall den Vogel abgeschossen. Mit 40 Euro war es der mit Abstand teuerste Abend unseres gesamten Urlaubs. Grund auch hier die eher kleinen Pasta-Vorspeisen-Portionen, nach denen wir in diesem Fall leider nicht satt waren.

Herr Fuchs hatte Nudeln mit Meeresfrüchten, die allerdings eher sparsam verwendet wurden. Ich hatte eine Lasagne mit Pesto (lecker!!!), die aus vier Lasagneplatten und ein bisschen Pesto, garniert mit Parmesan bestand. Supersuperlecker, aber leider viel zu wenig. Daher bestellten wir danach noch ein Focaccia col Formaggio, das wir uns teilten. Dieses mit Käse gefüllte Brot ist eben doch eher mächtig. Aber das Ziel war ja auch lecker satt zu werden ;)

focaccia-col-formaggioHa, und gegen diese Pizza Genovese kann jeder deutsche Abklatsch mit diesem Namen einpacken!

la-tavernetta-pizza-genovese-pestoNicht weit vom Hotel entfernt, in der Innenstadt von Recco, fanden wir direkt am ersten Abend diese schnuckelige Pizzeria „La Tavernetta“. Die Bedienungen sprechen da zwar kaum Englisch, aber sind dafür super aufmerksam und zuvorkommend und das Essen ist richtig gut. Vor allem die Pizzen konnten hier überzeugen. Die waren so groß, dass ich meine Wahnsinns-Genovese  leider gar nicht alleine aufessen konnte, sondern Hilfe von Herrn Fuchs brauchte.

Absoluter Geheimtipp, den wir auch nur dank unserer Bekannten in Genua, mit denen wir  an einem Tag zum Mittagessen verabredet waren, entdeckten: Das Sopranis am Piazza Veneroso mitten in Genua. Die Speisekarte ist überschaubar, das Essen superlecker und frisch und dazu auch noch wirklich günstig. Zwei Mittagessen mit Getränken  und Nachtisch kosten knapp 20 Euro. Und weil es da so lecker war, haben wir auch gleich zweimal dort gegessen.

zuppa-de-cozzeZum Running-Gag wurde Cozze, das wie Kotze ausgesprochen wird. Dabei handelt es sich um Miesmuscheln. Zuppa de Cozze ist dementsprechend eine echt leckere Suppe mit Muscheln, auch wenn es nicht so lecker klingt ;)

TRINKEN

Tagsüber könnt ihr getrost auf das Leitungswasser zurückgreifen, wenn ihr eh immer stilles Wasser trinkt. Es schmeckt deutlich besser als das Leitungswasser in Deutschland – viel frischer und klarer und irgendwie sauberer. Wir haben es die ganze Woche lang in Flaschen abgefüllt und getrunken und konnte keine Konsequenzen wie Übelkeit oder Durchfall oder was auch immer man sonst so erwarten würde feststellen ;)

In Restaurants könnt ihr eigentlich immer den Hauswein bestellen, damit sind wir die ganze Woche über sehr gut gefahren. Außerdem ist der meistens ein wenig günstiger und man bekommt ihn in 0,25-, 0,5- und 1-Liter-Karaffen.

weinkaraffenNoch ein paar Hinweise zum Essen gehen in Ligurien:

Häufig gibt es eine Service-Pauschale „Coperto“, die auf der Speisekarte angegeben sein muss. Sie beläuft sich auf 1-2 Euro pro Person. Daher gibt man i.d.R. weniger Trinkgeld. 5% sind angemessen – und trotzdem bedanken die Kellner sich immer sehr überschwänglich.

Preise für Fischgerichte sind oft als Preis pro 100g angegeben. Da sollte man vorher nach dem genauen Preis für eine Portion nachfragen.

Gerichte mit Meeresfrüchten werden häufig erst zubereitet, wenn mindestens zwei Personen dieses Gericht bestellen. Und: Meeresfrüchte sind in den Touri-Gegenden unverschämt teuer! Besser in Genua selber in den kleinen Gassen suchen.

Ansonsten: Guten Appetit!Unterschrift1

Alles zum Urlaubsspecial im Überblick:
Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial Teil 1: Vorbereitung und Unterkunft
Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial Teil 2: Das Touri-Programm
Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial Teil 3: Noch mehr Touri-Programm
Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial Teil 4: Essen an der ligurischen Küste
Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial Teil 5: Kunst
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4 Antworten zu Mein Ligurien – Das Urlaubsspecial. Teil 4: Essen an der ligurischen Küste

  1. Nanni schreibt:

    Ich hab jetzt Hunger :D

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  2. Martin schreibt:

    Danke Dir für die Tipps, wir fahren diesen Sommer nach Recco und wir werden Deine Tipps mal ausprobieren. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf diesen Kulinarischen Urlaub. Hoffe wir finden doch noch ein gutes und günstiges Fischlokal in Recco. Wenn dann könnte ich es ja hier noch empfehlen ^^

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