Ein Wochenende in Gent

Vor zwei Wochen war ich in Gent und natürlich muss ich euch noch vor Weihnachten davon erzählen, falls ihr auch ganz spontan dem Last-Minute-Einkaufsstress entfliehen und ein hübsches Städtchen in Belgien bestaunen möchtet.wochenende-in-gent

Los geht es mit der Fahrt. Wer unter 26 ist und Geld sparen möchte, kann von Aachen aus den GO PASS VON AACHEN kaufen. Der kostet 8 Euro und man darf mit dem ohne Zugbindung an einem bestimmten Tag von Aachen zu allen belgischen Bahnhöfen eines bestimmten Gebiets fahren. Nach Gent ist das ZONE GENT. Dazu gehören dann u.a. die Bahnhöfe Gent St. Pieters und Gent Dampoort. Wo ihr aussteigt, kommt ganz darauf an, wo ihr unterkommt. Für die Rückfahrt gibt es so einen GO PASS übrigens auch. Einziges Manko: Man darf nur mit Regionalzügen fahren und ist deshalb fünf Stunden unterwegs (oder sieben, wenn man die französisch-flämischen Durchsagen im Zug nicht versteht und deshalb nicht weiß, dass man eigentlich umsteigen müsste, wenn man einen Umweg von eineinhalb Stunden vermeiden möchte).gent1

In Gent selber schlage ich zum Start eines erfolgreichen Tages erst mal ein gutes Frühstück vor. Da ich zwei Varianten kosten durfte, hier auch beide für euch:

Entweder übernachtet ihr bei einer so lieben Freundin wie ich es gemacht habe und bekommt ein Franzi-hat-Besuch-Luxus-Frühstück; inklusive – und das ist ein Muss! – Speculoos Brotaufstrich.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das ist ein Aufstrich, der nach Spekulatius-Plätzchen schmeckt und es gibt ihn in drei superleckeren Varianten. Entweder glatt oder crunchy, wobei ich zugeben muss, bisher nur crunchy probiert zu haben, das noch ein bisschen mehr das Keks-Gefühl vermittelt. Der Aufstrich ist übrigens unabhängig von der Weihnachtszeit der Knaller! Die dritte Sorte ist mit Schokolade und eine supergeile Kombi aus dem leckeren Spekulatiusgeschmack und der für mich zum Frühstück quasi unverzichtbaren Schoki =) Müsst ihr unbedingt probieren und am besten direkt einen Vorrat kaufen, wenn ihr in Gent seid ;)

Die zweite Möglichkeit für ein gutes Frühstück gibt es in diesem bunten Haus in der Sluizeken 8:gent-simon-says-haus

Dort findet ihr das Hipster-Café Simon Says, in dem man am besten reserviert, da es sehr klein und offensichtlich sehr beliebt ist. Denn gut eine halbe Stunde, nachdem das Café geöffnet hatte, waren so gut wie alle Plätze besetzt. Bedient wird man von niedlichen Hipster-Jungs, die auf flämisch oder englisch mit einem sprechen, je nach dem, was man selbst beherrscht ;) Die Frühstücksauswahl ist nach süß und herzhaft gegliedert, Kombinationsangebote für eine oder mehrere Personen werden aber auch angeboten.simmon-says-gent

Ich entschied mich für das Jam & Marmalade Frühstück mit „dunklem“ Brot. Die Brotkultur im Ausland lässt ja leider immer ein wenig zu wünschen übrig und so ist das Körnerbrot, das man bekommt, trotzdem eher fluffig und hält auch nicht so lange vor.simon-says-breakfast

Die einzelnen Aufstriche bekommt man in den Originalverpackungen mit kleinen Servierlöffeln dazu – das ist nämlich viel nachhaltiger. Schließlich werden so nicht viele kleine Schälchen befüllt, von denen man dann nachher vielleicht gar nicht alle isst bzw. leert und so muss auch nichts weggeworfen werden, was sonst hätte übrig bleiben können. Außerdem müssen dann auch keine kleinen Schälchen gespült werden, was auch wieder nachhaltiger ist.

Simon Says ist also ein empfehlenswertes, nachhaltiges Öko-Hipster-Café, in dem man ein gutes und ausreichendes Früstück für unter 10 Euro bekommt.

Außerdem sehr cool: Das Simon Says ist auch ein Bed&Breakfast, wer also eine Bleibe in Gent sucht, kann sich dort ein Zimmer buchen. Schaut einfach mal auf deren Website, falls ihr Interesse habt.

Gut gestärkt geht es dann durch die Stadt, die mit ihren bunten und aufwendig gestalteten Hausfassaden einiges hermacht. Außerdem gibt es eine Reihe von historischen Gebäuden zu bestaunen, u.a. mehrere Kirchen, eine Burg und das faszinierende Stadthaus, das zwei verschiedene Baustile in sich vereint.gent-sint-pietersgent-gesicht

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Besonders witzig und absolut auf die Touristen ausgelegt: Der Hinweis „Fotomoment“ an verschiedenen Stellen der Stadt. Diese Schilder weisen darauf hin, dass man, wenn man genau von dort ein Foto macht, einen besonders schönen Bildausschnitt erwischt. Das ist eine echt gute Idee, die allerdings auch von vielen Menschen wahrgenommen wird, weshalb es häufig kleine Menschentrauben vor den Fotomoment-Schildern gibt.

gent-fotomoment

Und solche Bilder kommen dann dabei raus (leider war’s bewölkt):

fotomoment-in-gent

Außerdem sehenswert: Die Graffiti-Straße (Werregarenstraatje) in Gent. Hier ist es ganz offiziell erlaubt, die Wände zu bemalen und zu besprühen. Das wird rege genutzt und so sind die Wände nicht nur alle kunterbunt und hübsch anzusehen, es kann auch passieren, dass über Nacht alte durch neue Kunstwerke ersetzt werden. So wandelt sich das Gesicht der Werregarenstraatje in regelmäßigen Abständen und zeugt von einem gewissen Eigenleben.

graffitti-strasse

Neben hübschen Fotos kann man auch andere hübsche Entdeckungen in Gent machen. Beispielsweise kleine Läden, die so ziemlich alles anbieten, was das rosa Mädchenherz begehrt. Besonders angetan hat es mir das huis Annick Van Wesemael in der Recollettenlei 2. Hier lasse ich einfach die Bilder sprechen:huis-annick-van-wesemael

Und wenn ihr dann erschöpft seid vom Gucken und Schlendern und Staunen und Shoppen, dann ist es Zeit für einen delicious cake in Julie’s House in der Kraanlei 13. Der Laden ist allerdings sehr beliebt und es kann schon mal passieren, dass man ein wenig anstehen muss, bevor man einen Tisch bekommt.  Das Warten lohnt sich aber, denn die Tartes und Kuchen schmecken noch besser als sie aussehen! Und das System funktioniert sehr gut: Man stellt sich in einer Schlange an, von der aus man die Theke und die Auslage gut sehen und sich so schon mal für einen Cupcake oder eine Tarte entscheiden kann. Wird ein Tisch frei, kommt ein Kellner, nimmt die Bestellung auf und weist einem dann den Tisch zu. Der Kuchen wird dann nach ein paar Minuten gebracht.

gent-julies-house2

Besonders lecker und von meiner Freundin und mir empfohlen: Die Crème brûlée Tarte. Der Zucker wird erst kurz vor dem Servieren karamellisiert und unter der Creme versteckt sich eine erfrischend saure Fruchtmischung, die dem Kuchen das gewisse Extra verleiht. Dazu hatte ich eine homemade Lemonade mit Zitrone und Orange, die fast gar nicht süß war, dafür aber sehr frisch und lecker. Meine Freundin verliebte sich eine Tarte mit Speculoos-Boden und einer Frischkäse-Weiße-Schokolade-Creme. Ein Stück Tarte kostet 4,75 €, Getränke um die 3 Euro.

gent-julies-house

So, danach dann noch mal ein paar Kalorien ablaufen und die Stadt, die natürlich mit der ganzen Weihnachtsbeleuchtung noch viel schöner ist, genießen. Zum Abschluss geht es dann über den Weihnachtsmarkt, der sich zwischen der alten und der neuen Stadthalle, vorbei am Belfried Tower entlang zieht und in einem grellen Kinderkarussell endet. Ehrlich gesagt: Ich habe schon schönere Weihnachtsmärkte gesehen, aber ein schöner Abend hängt ja auch weniger vom Weihnachtsmarkt ab als vielmehr von den Leuten, mit denen man da ist ;) Ein hübsches Foto möchte ich aber dennoch zeigen:OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Besonderes Highlight: Die „Kurriwurst“ – angepriesen mit „Jetzt neu!“. Gut, vielleicht neu für Belgien, aber selbst das kann ich mir kaum vorstellen. Jedenfalls machen die Belgier die anders als in Deutschland, wodurch es dann irgendwie doch noch eine neue Erfahrung wurde. Übrigens: Der Weihnachtsmarkt ist noch bis Januar geöffnet, falls ihr also über Silvester die Stadt erkunden möchtet, könnt ihr den auch noch sehen ;)

Alles in allem ist Gent also auf jeden Fall eine Stadt, die sich sehr gut für einen Tages- oder Wochenendtrip anbietet und die auch mit genügend Abwechslung zwischen Sehenswürdigkeiten, Shopping und gutem Essen aufwartet, sodass es auf gar keinen Fall langweilig wird.

Wart ihr schon mal in Gent?

Unterschrift1~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

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9 Antworten zu Ein Wochenende in Gent

  1. Luchessa schreibt:

    Was für eine niedliche Stadt. Bei Nacht siehts wirklich wunderschön aus. Ganz bestimmt sehenswert! Sollte bald auf meine „to visit“ Liste!
    Danke für’s Endrücke teilen. :) xo

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    • Julia schreibt:

      Hallo Luchessa,
      welche Städte stehen denn noch so auf deiner to-visit-list? Oder welche kannst du noch so für einen Wochenendtrip empfehlen? Ich mag nämlich solche kleinen Reisen fast lieber als die großen, die so viel kosten ^^
      LG

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      • Luchessa schreibt:

        Also als Kurztrips eignen sich Städte wie Prag, Riga, Helsinki, Wien, Milan oder auch Sevilla ganz prima.
        Auf meiner persönlichen Liste für 2014 steht Nizza, Barcelona und Oslo.
        :)

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      • Julia schreibt:

        Schöne Liste! In Wien war ich auch schon mal vor ein paar Jahren und auf meiner persönlichen Liste für 2014 steht bisher nur Hamburg. Aber Prag möchte ich auch mal gerne sehen ;)
        Besonders gut finde ich immer die Vorbereitung und das Planen und Stadtführer wälzen ^^

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  2. Carmen schreibt:

    Klingt nach einer Statdt die man gesehen haben sollte! Den Speculoos Aufstrich bekommt man bei mir in Luxemburg gottseidank auch in jedem Supermarkt, da wir bei uns fast nur belgische Produkte verkaufen. Vielleicht hast du ja auch das Heißgetränk auf meinem Blog gesehen, welches ich damit gezaubert habe ;)
    xx

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    • Julia schreibt:

      Hallo liebe Carmen, oh nein, das habe ich noch gar nicht gesehen! Vor lauter Vorweihnachtsstress komme ich gar nicht mehr zum Lesen =( Aber das hole ich unbedingt nach, denn dieses Zeug macht ja wohl wirklich süchtig! haha
      Allerliebste Grüße

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  3. bonnentdecken schreibt:

    Danke für den Bericht! Ich war in gent und war begeistert! Dank deines berichtes war ich im Hipster-Café Simon Says und habe dort auch gefrühstückt. Das war wirklich ein Erlebnis und auch sehr lecker. Danke für den Tipp! Sobald mein Bericht über Gent fertig ist, sag ich noch einmal Bescheid!

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  4. Pingback: [Blogparade] Halloween: Schauriges Buffet für Grusel-Fans und Lecker-Schmecker | Lila Lummerland

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