[Nachgefragt] Die Frau hinter Mr. O

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Bild: Anette Strohmeyer

Letzten Freitag habe ich euch den aktuellen Band der Mystery-Krimi-Reihe um den Problemlöser Paul Eckbert Ondragon vorgestellt. Frei nach dem Motto „Hinter jedem starken Mann steht eine kluge Frau“ steckt hinter den Romanen die Autorin Anette Strohmeyer, die so lieb war, mir ein paar Fragen über ihre Arbeit zu beantworten.

Anette, im Februar erschien dein neues Buch „Ondragon: Nullpunkt“ bei der Psychothriller GmbH. Wie lange hast du daran gearbeitet?

An dem Buch habe ich fast ein Jahr gearbeitet. Die Recherchen waren diesmal doch sehr aufwendig, da ich Personen eingebaut habe, die es wirklich gegeben hat, z.B. Nikola Tesla, und darüber gibt es dann immer viele Quellen, die es zu sichten gilt. Denn bei jedem meiner Themen habe ich den Anspruch, die Fakten oder Figuren so wahrheitsgetreu wie möglich wiederzugeben, auch wenn die Geschichte mit fantastischen Elementen angereichert ist und in erster Linie einen Mystery-Roman darstellt. Die künstlerische Freiheit gönnt man sich dann als Autor neben den ganzen trockenen Fakten als kleinen erholsamen Ausgleich.

Du holst dir deine Inspiration oft auf Reisen. Für den kommenden Band 4 warst du in Dubai. Wo warst du für die ersten drei Ondragon-Romane? Und gibt es die Schauplätze, wie z.B. die Hotels, wirklich?

Ja, die Hotels in den Romanen gibt es alle wirklich, bis auf die „Cedar Creek Lodge“ im ersten Band, die war frei erfunden. Schließlich wollte ich kein tatsächlich existierendes Hotel in Verruf bringen. Aber in vielen, der in den Büchern genannten Hotels bin ich selbst einmal Gast gewesen. Mein schönstes Hotel war das „Royal Sonesta“ in New Orleans. Es ist sehr stilvoll und hat eine tolle Atmosphäre. Die Städte und Straßennamen in meinen Büchern sind meistens auch real. Zum Teil auch die erwähnten Restaurants. So kann Mr. Ondragon tatsächlich von seinem Haus am Doheny Drive in L.A. bis zu dem Hochhaus mit seinem Büro gucken, und der neue Sushi-Laden am L.A. Live ist in der Tat sehr zu empfehlen :).

Ich lege immer viel Wert darauf, dass die Umgebungen, in denen die Geschichten spielen, so realistisch wie möglich dargestellt sind. Man könnte also auf Mr. Ondragons Spuren wandeln und sich die Hotels alle angucken, wenn man wollte.

Eine reine Recherche-Reise habe ich noch nicht unternommen. Meistens nehme ich die Inspirationen aus dem Urlaub mit und binde sie später in die Bücher ein. So ist die Einsamkeit der skandinavischen Wälder in den ersten Band eingeflossen, der ja im landschaftlich sehr ähnlichen Minnesota an der kanadischen Grenze spielt. Und meine Faszination für den Voodoo-Kult habe ich bei einer Reise nach Haiti erlangt, wo ich an einer Voodoo-Zeremonie teilgenommen und sie zum Glück schadlos überstanden habe :). Das nach Katrina wiederaufgebaute New Orleans habe ich auf einer anderen Reise erlebt und so setze ich die Bausteine dann hinterher in meinen Büchern zu einer Geschichte zusammen. Der dritte Band ist der erste, bei dem ich vorher nicht an einem der Schauplätze gewesen bin, also weder in Brasilien noch Westsahara oder Marokko. Vielleicht werde ich das irgendwann mal nachholen. Der vierte Band wiederum wird wieder an Orten spielen, die ich selbst gesehen habe z.B. Dubai und Thailand. Ich liebe das Internationale und die bunte Vielfalt der Völker und daher liegt es nahe, dass die Ondragon-Fälle überall auf der Welt spielen.

Die Frau hinter Mr.O: Anette Strohmeyer Bild: Anette Strohmeyer

Die Frau hinter Mr.O: Anette Strohmeyer
Bild: Anette Strohmeyer

Deine Figuren Mr. O und auch seine Assistentin Charlize beherrschen mehrere Sprachen quasi fließend. Beherrscht du alle Fremdsprachen, die deine Charaktere sprechen?

Ich kann Englisch und verstehe etwas Französisch, mehr leider nicht. Aber dafür kenne ich viele Menschen, die andere Sprachen sprechen. Das kommt unter anderem durch meinen Mann, der für eine internationale Firma arbeitet, und da bekomme ich oft Kontakt zu Menschen aus aller Welt. Das macht immer viel Spaß und ich lasse mir stets das ein oder andere von den Leuten übersetzen. Für mich wäre es ein Traum, so viele Sprachen wie Mr. Ondragon zu beherrschen und sich problemlos in den Ländern bewegen zu können.

Was ist das Beste an deiner Arbeit als Autorin?

Das Beste ist definitiv, dass man in Welten eintauchen kann, die man selbst erschaffen hat. Ich kann Abenteuer erleben, die ich sonst nie erleben würde, ich kann verschiedene Personen sein und mich in sie hineinversetzen. Das geht sogar soweit, dass ich die Emotionen der einzelnen Charaktere spüre, oder mit ihnen über ihr Schicksal diskutiere, denn die Figuren haben manchmal schon so ihre eigenen Ideen und Ansichten. Ich lebe quasi mehrere Leben, obwohl ich zu Hause einsam vorm Rechner sitze. Das ist der Nachteil am Autorendasein. Wenn ich abends meinen Schreibtag beende (das heißt meistens aus den Tiefen der geistigen Welten auftauche), dann stelle ich fest, dass ich das echte Leben da draußen derweil verpasst habe. Deshalb sind für mich die Reisen auch so wichtig, da fülle ich das Depot wieder ordentlich auf und kann anschließend wieder in meinem Kämmerlein verschwinden und mit frischen Eindrücken ans Werk gehen. Für mich besteht das Schreiben deshalb aus zwei Zuständen: der eine ist die Weltzugewandtheit, die ich brauche, um am Leben teilzunehmen und dadurch Inspirationen und Ideen zu bekommen, und der andere ist die Weltabgewandtheit, in der ich abtauche, mich völlig zurückziehe, um die Inspirationen in Texte zu verwandeln.

PlakatMrO

Bild: Anette Strohmeyer

Liebe Anette, ich danke dir ganz herzlich für deine ausführlichen und spannenden Antworten!

Und wenn ihr jetzt mehr erfahren wollt, dann habe ich eine kleine Sammlung Ondragon-Links für euch zusammengestellt:

Ondragon-Fanpage |Ondragon auf facebook | Hinter den Kulissen  | Psychothriller GmbH

Unterschrift1

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