Neu im Zeitschriftenregal: emotion SLOW

Seit Mai gibt es eine neue Zeitschrift im Handel, deren Launch ich interessiert auf facebook verfolgt habe. Die emotion SLOW ist ein jugendlicher, vom Zeitgeist getriebener Ableger der Frauenzeitschrift Emotion. Eher durch Zufall bin ich auf die Ankündigung zur neuen Zeitschrift mit den Themenschwerpunkten Entschleunigung und Genuss gestoßen und wusste sofort: Sobald man die kaufen kann, hab ich die! Im Endeffekt hat das dann doch zwei Wochen länger gedauert und dann musste ich sie auch noch durchlesen, was sich bei mir momentan auf die abendliche Bettlektüre beschränkt, aber jetzt habe ich ein Urteil für euch.

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Ich fand die Themen unglaublich ansprechend. Während ich Frauenzeitschriften eine eher ablehnende Haltung entgegenbringe, freue ich mich immer über Zeitschriften mit echtem Mehrwert. Das hatte ich mir auch von der SLOW erhofft, allerdings nur in Teilen auch so erhalten.

Die Zeitschrift ist sehr übersichtlich in sieben verschiedene Kapitel gegliedert: Runterkommen, Essen, Einkaufen, Leben & Lieben, Wohnen, Arbeiten und Reisen. Die Kapitel werden durch passend gestaltete Doppelseiten eingeleitet, die ein aussagekräftiges Bild und ein Zitat bereit halten. Diese Einleitungen gefallen mir sehr gut und bereiten den Kopf auf das folgende Thema vor. Auch die Bildsprache der gesamten Zeitschrift finde ich persönlich sehr ansprechend. Das Design ist frisch, unaufdringlich und sympathisch.

emotion-slow-wohnen-runterkommen-lebenUnd auch die Portraits von Menschen, die ihre Träume verwirklicht haben, in welcher Form auch immer, gefallen mir. Besonders gut finde ich dabei das Interview mit der Wer-wird-Millionär-halbe-Millionen-Gewinnern Meike Winnemuth und ihre erfrischenden Antworten.

Die Zeitschrift bietet ein paar Denkanstöße und weckt ein paar Sehnsüchte. Baumhäuser? Hallo, wer wollte das nicht als Kind?

Allerdings finde ich die Werbung und insbesondere die Advertorials sehr störend, da sehr präsent platziert. Klar, sowas muss auch sein, aber meinen Lesefluss stört es, und ich finde, die Werbung stellt einen fiesen Kontrast zu den Inhalten der SLOW dar. Ebenso verhält es sich mit den Shopping-Tipps und Kaufempfehlungen: Wie auch in anderen Frauenzeitschriften sind die ausgewählten Produkte irgendwelche Designerprodukte, die nur zu horrenden Preisen zu haben sind. Das finde ich schade. Ich als bodenständige Leserin hätte mir da Produkt- und Kaufempfehlungen gewünscht, die auch für mich realisierbar sind. So bleibt es eine Inspiration, ein „sowas könnte ich mir ja mal in günstig zulegen, wenn ich was finde“-Traum.

Überhaupt fehlt mit ein bisschen die positiv gestimmte Inspirationsquelle. Viele Texte sprechen Probleme im beschleunigten und mobilen Alltag an, fühlen sich aber wie ein erhobener Zeigefinger an. Mehr wie „Du lebst falsch“ als „So lebst du besser“. Das macht irgendwie nicht die gute Laune, die ich mir von einem Magazin mit dem Schwerpunkt Entschleunigung erhofft hatte.

Paradox ist zudem, dass mir die facebook-Seite der Zeitschrift, die ganz gut gepflegt wird, fast mehr Spaß macht als die Zeitschrift selbst. Das widerspricht eigentlich dem Sinn der Zeitschrift, sich eine Auszeit zu gönnen, sich selbst und sein Leben zu entschleunigen.

emotion-slow-bildsprache

Ich werde auf jeden Fall mal verfolgen, wie die SLOW sich entwickelt. Ich denke schon, dass da eine Menge Potenzial drin steckt und würde mich freuen, wenn sie noch mehr das verkörpert, was sie darstellen will.

Kennt ihr die Zeitschrift schon? Was haltet ihr von der SLOW?

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3 Antworten zu Neu im Zeitschriftenregal: emotion SLOW

  1. leni schreibt:

    aaach super, die wollte ich mir auch noch gekauft habe, hatte ebenfalls wie du das über facebook verfolgt gehabt, aber bisher vergessen :D
    mal sehen, ob ich ähnliche kritikpunkte wie du haben werde.. wobei ich ja jetzt fast ein wenig abgeschreckt bin, wenn du das mit dem erhobenem zeigefinger schreibst ^^ soll die denn jetzt regelmäßig rauskommen? ich dachte, das wär so ein einmaliges sonderheft!

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    • Julia schreibt:

      Hallo Leni,
      da bin ich auch gespannt, was du zu sagen hast. Vielleicht bin ich auch zu kritisch? ;)
      ICh hatte das jedenfalls so verstanden, dass es die Zeitschrift regelmäßig geben soll.
      Liebe Grüße
      Julia

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  2. Pingback: [Freitagsrezi] Good Health – Das Gesund-Bleibe-Magazin | Lila Lummerland

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