[Freitagsrezi] Süchtig nach Süßem?

Bin ich süchtig nach Süßem? Ja! Deshalb habe ich mir auch in diesem Jahr erneut vorgenommen, in der Fastenzeit auf Süßigkeiten zu verzichten. Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, meinen Alltag von zuckerlastigen Speisen zu befreien. Leichter gesagt als getan.

Zum Glück gibt es da aber Unterstützung: Das Kochbuch zum Ausstieg aus der Zuckersucht von Inke Jochims. Der Kneipp Verlag Wien hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Denn das Thema Zuckersucht beschäftigt mich persönlich schon länger. Und wenn ihr euch an meine Fastenzeit-Berichte vom letzten Jahr erinnert (hier und hier), dann wisst ihr vielleicht, wie schwer es mir fällt, auf Zucker zu verzichten.

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Also, Abhilfe soll her! Das sieht wohl auch Inke Jochims so, sonst hätte sie nicht dieses Kochbuch geschrieben, das zudem einen wirklich informativen Vorspann enthält.

Teil 1: Information

Die ersten 40 Seiten geben einen informativen Einstieg ins Thema: Wieso entstehen Heißhungerattacken? Wann ist man zuckersüchtig? Warum das Gehirn über unseren Körper regiert und wir machtlos sind, warum Weizen schlecht ist und welche Alternativen es gibt – über all das klärt der erste Teil des Buches auf. Und obwohl ich Ernährungswissenschaft studiert habe, wusste ich nicht alles, was ich da gelesen habe. Klar, Erkenntnisse wandeln sich im Laufe der Zeit und heute weiß man mehr als man vor fünf oder sechs Jahren wusste. Es ist interessant, wie die Autorin die Wirkung von Zucker im Körper aufdröselt und erklärt. Dabei bemüht sie sich auch, das Ganze verständlich rüberzubringen. Daher sind einige Erkenntnisse auf das Einfachste heruntergebrochen.

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Außerdem bietet der Theorie-Teil eine erschreckende Übersicht über die Namen, hinter denen sich Zucker in unserer Nahrung verbirgt. Und die Autorin stellt klar: Jede Art von Zucker ist gleich schlecht. Auch Honig, der für manche ja DAS Ersatzprodukt ist, um Speisen oder Getränke zu süßen. Das ist sehr aufschlussreich, hat mich im ersten Moment aber in eine Schockstarre versetzt: Wie soll ich ohne all den Zucker auskommen? Da habe ich aber wirklich gut verdrängt, wo der Übeltäter sich überall versteckt!

Sprachlich ist das Buch nicht ganz so ansprechend. Die Formulierungen sind irgendwie halbherzig. Dadurch wirkt der Theorie-Teil etwas lieblos. Das finde ich schade, da er rein inhaltlich ja wirklich interessante Informationen zu bieten hat. Die Bilder wiederum sind schön anzusehen und v.a. die Rezeptfotos machen auch wirklich Appetit. Gestalterisch ist das Kochbuch oberes Mittelmaß – die Farben sind knallig frisch und erinnern bunte Gemüseplatten. Schade ist lediglich, dass nicht jedes Rezept bebildert ist.

Den Auflauf habe ich nur auf Handyfotos festgehalten ;)

Den Auflauf habe ich nur auf Handyfotos festgehalten ;)

Teil 2: Rezepte

Die Rezepte sind unterteilt in die verschiedenen Mahlzeiten, die man am Tag zu sich nimmt. Dabei sind fünf Mahlzeiten vorgesehen. Die Theorie dahinter erklärt sogar, dass die Snacks am Vor- und Nachmittag sein müssen. Auch so werden Heißhungerattacken vermieden. Will man auf einen Snack verzichten, so sollte es der am Vormittag sein. Der am Nachmittag ist unverzichtbar. Und das Schöne: Er ist oft trotzdem süß – mit Gojibeeren oder rohem Kakao. Man muss also gar nicht komplett auf süße Sachen verzichten. Ich glaube, für mich wäre das auch gar nicht möglich.

Die Mittags- und Abendrezepte sind natürlich austauschbar, je nach dem, ob man es gewohnt ist, abends oder tagsüber warm zu essen. Ausprobiert habe ich u.a. den Auflauf mit Tomaten und Zucchini – sehr lecker. Auch die gefüllten Kohlrabi mit Reis und Pilzen haben richtig gut geschmeckt und machen richtig satt! Man muss nur beim Würzen etwas kreativ sein, denn die Würzangaben im Buch lassen doch sehr zu wünschen übrig (nur Salz und Pfeffer? Langweilig!).

Und auch grüne Smoothies habe ich für mich entdeckt. Mein erster Versuch damit liegt bereits einige Jahre zurück. Da konnte ich mich damit nicht so gut anfreunden. In Kombination mit Obst finde ich sie super!

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Unter den Rezepten stehen in den meisten Fällen Kalorienangaben. Das ist ganz gut, wenn man als Effekt des Zuckerverzichts auf eine Gewichtsabnahme hofft. Denn die wird sich nicht einfach so einstellen! Viele Rezepte haben trotzdem eine Menge Kalorien – sie enthalten auch oft saure Sahne (die kann man gut durch Produkte mit weniger Kalorien ersetzen). So führt man sich aber gut vor Augen, wie viele Kalorien man über den Tag zu sich nimmt. Oder man ignoriert die Angaben. (Geht ganz leicht – die lassen sich gut überlesen ;) )

Die Zutaten, die z.T. bereits im ersten Teil des Buches als „Superfood“ oder Lebensmittel gegen Heißhungerattacken eingeführt werden, finden sich oft in den Rezepten wieder. Das ist toll, denn so kann man die Theorie direkt in die Praxis umsetzen und weiß, warum diese Zutat im Gericht enthalten ist. Allerdings sind manche Zutaten ziemlich ungewöhnlich und daher nicht so leicht zu bekommen. Die Autorin empfiehlt einen Online-Shop für Superfoods. Den habe ich mir mal flüchtig angesehen – ganz überzeugt bin ich davon noch nicht. Nicht zuletzt, weil ich den Shop unübersichtlich fand und nicht sofort die Produkte gefunden habe, die ich mir nach der Lektüre kaufen wollen würde.

Und wie sieht es mit dem Heißhunger nach dem Testen der Rezepte aus? Ganz unterschiedlich, muss ich zugeben. Nach den Kohlrabi war ich so voll und satt, dass ich keine Nascherei mehr brauchte. Nach dem ersten grünen Smoothie hingegen hatte ich danach sehr wohl Lust auf ein Brot mit süßem Aufstrich. Ich denke, das ist auch alles eine Trainings- und Übungssache. Und natürlich spielt das Überwinden von Gewohnheiten eine große Rolle.

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Mein Fazit:

Für mich war v.a. der Hintergrund zum Thema Zuckersucht und Heißhungerattacken auf Süßkram sehr aufschlussreich. Die Informationen versuche ich nun in meinen Alltag zu integrieren, indem ich Tipps berücksichtige. So versuche ich nach und nach den Gebrauch von Weizenmehl einzuschränken. Das ist aber gar nicht so einfach! Ich glaube, bald muss ich dann mein Brot selber backen. Außerdem möchte ich öfter Grüne Smoothies trinken. Vielleicht können die tatsächlich zum zweiten Frühstück werden? Und auch den Onlineshop für Superfood werde ich noch mal gründlicher durchforsten und mich mit rohem Kakao und Bienenpollen eindecken.

Ich denke allerdings, dass es nicht einfach ist, alle Tipps aus „Süchtig nach Süßem“ zu beherzigen. Dafür braucht man extrem viel Disziplin und muss sich auf eine harte Ernährungsumstellung gefasst machen. Ob ich das will? Als undisziplinierter Esser muss ich das mit Nein beantworten. Aber ich weiß dank der Lektüre nun, warum ich manchmal so schrecklich Lust auf Süßigkeiten habe und wie ich dem entgegenwirken kann. Das ist für meinen Alltag schon ein großer Gewinn. Und da im Moment ohnehin Fastenzeit ist und ich es wieder versuche, u.a. auf Süßkram zu verzichten, kann ich in den kommenden Wochen direkt mal üben, wie leicht oder schwer mir diese Umstellung fällt.

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Wie geht es euch? Seid ihr auch solche Naschkatzen und kommt kaum einen Tag ohne Schokolade aus? Und habt ihr schon mal versucht, das zu ändern? Wenn ja: Wie?

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2 Antworten zu [Freitagsrezi] Süchtig nach Süßem?

  1. Carmen schreibt:

    Klingt nach dem perfekten Buch für mich xD Ich bin auch ein übler Zucker-Süchti. Wenn ich daher Diät mache, dann versuche ich alle offensichtlichen Zuckerfallen zu umgehen, sogar Weißmehl. Natürlich ist das nicht immer so praktikabel, da heutzutage ja fast überall Zucker drin steckt… Aber ich denke was mir immer gut hilft ist mit Äpfeln den Hunger und die Lust nach Süßem zu bekämpfen, und Hungergefühlen durch viel Eiweiß in meinen Mahlzeiten vorzubeugen :)
    xx

    Gefällt 1 Person

    • Julia schreibt:

      Liebe Carmen,
      du hast sooo REcht, es wird einem wirklich schwer gemacht, auf Zucker zu verzichten =(
      Deine Tipps sind auf jeden Fall gut! Das mit dem Eiweiß versuche ich auch manchmal – ich liebe ja einfach Eier, und die halten dann nach dem Frühstück ne ganze Weile satt :D
      Liebste Grüße

      Gefällt mir

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