[Freitagsrezi] Arcadia

Ein bisschen Horror gefällig? „Arcadia“ von Felix A. Münter erzählt die Geschichte eines Journalisten, der eine Forschungsexpedition in die Antarktis begleitet. Angelockt vom großen Geld und der Story seines Lebens schmeißt der skeptische Neil seine Bedenken über Bord. Hätte er vielleicht besser nicht getan. Das wird auch ihm im Laufe des Geschehens klar.

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Denn die Reise wird zu einem Horrortrip. Beschrieben wird alles von Neil, der in der Ich-Perspektive schildert, was passiert. Der Einstieg ist klassisch, sprachlich richtig gut, sodass man als Leser direkt weiß, was für ein Typ der Protagonist ist. Das ist besonders bemerkenswert, wenn man den Autor kennt. Der ist nämlich ein Bekannter von mir und so gar nicht wie der Hauptcharakter unterwegs. Andererseits ist es sehr amüsant, Facetten von ihm in verschiedenen Schilderungen wiederzufinden.

Jedenfalls beeindruckt mich die Schreibe umso mehr, da ich Felix eben kenne. Und ich finde es bewundernswert, dass er mit dem Schreiben einfach sein Ding durchzieht. „Arcadia“ ist sein dritter Roman und er hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar geschickt. Danke dafür!

Anfangs bin ich von einem Thriller ausgegangen – darauf schien es hinauszulaufen. Von Horror auf den ersten 60 Seiten keine Spur. Aber trotzdem fesselnd. Innerhalb von fünf Stunden war ich durch.

Sprachlich wie gesagt sehr überzeugend – bis auf einen kleinen Hänger während einer sehr actionreichen Szene in der Mitte des Buches. Die Spannungskurve nimmt den Leser mit, man ist die ganze Zeit voll dabei. Die Dialoge sind richtig gut gelungen – das ist meiner Meinung wirklich eine Meisterleistung, da Dialoge richtig schwer zu schreiben sind.

Das Horror-Element ist gut durchdacht und grenzt sich für mich gut genug von anderen möglichen Horror-Szenarien ab. Nur wirklich gegruselt hat es mich nicht (wie z.B. hier). Das macht die ständig vorhandene Spannung aber wett.

Als Leserin gefällt mir die Frauenrolle im Roman nicht so ganz, da es erstens ein eher männerlastiges Buch ist und zweitens die Frau wirklich ein paar nervige Züge hat, die bestimmte Klischees erfüllen. Es passt zwar in den gesamten Tonus des Romans, fällt mir als Frau aber auf.

Die Auflösung des Horror-Elements ist sehr gut und glaubwürdig und im Kapitel „…und seine Geschichte“ als toller Break zum eigentlichen Geschehen eingebaut. Perfekter Zeitpunkt für ein bisschen Abwechslung in der Story!

Schade finde ich, dass das Ende dann doch relativ schnell kommt – obwohl es gut vorbereitet wird. Das letzte Kapitel lässt mich persönlich etwas unbefriedigt, denn es wird recht komprimiert und schnell erzählt. Es lässt keinen Platz mehr für Antworten auf Fragen, die zum Schluss auftauchen. Wobei das keine Verständnisfragen sind, sondern eher solche, die sich auf den Inhalt und eine mögliche Zukunft beziehen. Denn wie gesagt, glaubwürdig und verständlich erklärt wird ja alles, sodass man die ganze Zeit über mit der Erzählung Schritt halten kann.

Ebenfalls nicht ganz glücklich bin ich mit dem Titel des Buches, da ich mich die ganze Zeit gefragt habe, warum der Roman nun so heißt. Zwischendurch dachte ich, dass da noch eine Erklärung kommt, da der Name „Arcadia“ auftaucht. Aber leider liefert das keine zufriedenstellende Erklärung für den Titel des Romans.

Dafür passt die Cover-Gestaltung wieder super zum Inhalt! Besonders cool ist die erhabene Schrift, die leicht aus dem Cover hervortritt. Mit knapp 300 Seiten hat der Roman eine angenehme Länge ohne inhaltliche Längen! ;)

Für mich insgesamt spannendes Lesevergnügen mit 4 Sternen!

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