[Freitagsrezi] Peter Grant 1: Die Flüsse von London

„Harry Potter für Erwachsene“ las ich in den Buchbesprechungen. Ich muss sagen, dass es nicht unbedingt DAS Kriterium war, das mich zum Kauf bewegte. Dennoch versprach es eine gewisse Qualität und einen inhaltlichen Anspruch, von denen ich mir gleichermaßen großes Lesevergnügen erhoffte.

Und ich wurde absolut nicht enttäuscht!

Erwartet hatte ich einen Krimi mit magischen Elementen, einen erwachsenen Zauberlehrling und britischen Humor.

Und ich muss sagen, meine Erwartungen wurden übertroffen.

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Der Einstieg ist rasant und amüsant. Der Erzählstil leitet erst fehl, geht man doch von einem allwissenden Erzähler aus. Der entpuppt sich dann aber als humorvoller Ich-Erzähler mit dem typisch britischen Hang zum Sarkasmus. Allein schon die ersten paar Seiten fliegen einfach so ganz leicht dahin und machen richtig Spaß!

Selten habe ich einen Leichenfund mit so viel Witz gelesen. Abstrus wird es dann, wenn als Zeuge des Mordes ein Geist auftaucht. Die magischen Elemente lassen also nicht lange auf sich warten und – zack – ist man als Leser mitten im Geschehen.

Der Autor Ben Aaronovitch hat es raus, genau die richtige Portion an Hintergrund-Information über die Charaktere im richtigen Moment zu offenbaren. Immer wieder erfährt man so ein bisschen mehr über den Hauptcharakter Peter Grant, der seine Grundausbildung zum Polizisten abgeschlossen hat und nun für die magische Abteilung der Londoner Polizei rekrutiert wird. Sein Vorgesetzter, Inspector Nightingale, und seine Kollegin Leslie werden ebenfalls, wenn auch etwas weniger detailreich, eingeführt.

Etwas langatmig dagegen sind die Beschreibungen der Stadt, der Häuser, Nebenstraßen und des Straßenverkehrs. In den meisten Fällen kommt man nicht drumrum, sich zu fragen, was der Autor damit bezweckt. In nur sehr wenigen Fällen sind diese ausgeschmückten Wegbeschreibungen hilfreich für die Geschichte. In den meisten Fällen verleiten sie eher dazu, den Faden für den eigentlichen Kriminalfall zu verlieren.

Was ohnehin erschwert wird, da der Fall sehr komplex und natürlich direkt magisch beeinflusst ist. An diesen Stellen hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr Erklärung gewünscht. Weiter erschwert wird es, der Geschichte zu folgen, da gleichzeitig ein zweiter Handlungsstrang eröffnet wird, der dem Buch auch seinen Namen verleiht. Was es mit den Flüssen auf sich hat, möchte ich nicht verraten. Doch Peter hat mit ihnen alle Hände voll zu tun, während er gleichzeitig die Zauberei erlernt, einen Mord aufklären und seinen geisterhaften Zeugen wiederfinden soll.

Das Buch ist für lange Wochenenden oder Urlaube, in denen man am Stück und schnell lesen kann. Unterbrechungen tun dem Lesevergnügen hier nicht gut, da die Handlung komplex ineinander greift. Da kann es schnell passieren, dass man den Anschluss – oder noch schlimmer – die Auflösung nicht ganz mitkriegt!

Die Hauptfiguren Peter und Nightingale sind ungeheuer sympathisch und man kann sie sich trotz der eher oberflächlichen Beschreibung ihres Äußeren gut in einem Film oder einer humorvollen Serie vorstellen. Denn das Buch ist voller Augenzwinkern, Sarkasmus und dem, was man wohl als typisch britischen Humor bezeichnet. Einfach herrlich! So wird es nie langweilig (selbst bei den Straßenverkehr-Szenen nicht). Ich habe das Buch verschlungen und direkt noch Teil 2 bis 5 hinterher gelesen.

Jeder, der fantastischen Elementen und Krimis gegenüber aufgeschlossen ist, sollte die Peter-Grant-Reihe lesen! Sie ist außerdem so geschrieben, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Denn der Fall ist zwar abgeschlossen, es gibt aber Ereignisse, deren Konsequenzen sich auf die Folgebände erstrecken. Da hat sich jemand etwas bei gedacht! Sowas macht Spaß. Deshalb bekommt „Die Flüsse von London“ von mir eine absolute Leseempfehlung!

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8 Antworten zu [Freitagsrezi] Peter Grant 1: Die Flüsse von London

  1. britti schreibt:

    Ich habe das Buch, leider noch nicht gelesen, da ich Probleme mit den Augen habe. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es weitere Bücher aus dieser Reihe. LG britti ♡

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    • Julia schreibt:

      Liebe Britti,
      genau, es gibt bisher 5 Teile, Teile 6 ist angekündigt. Du kannst die Bücher doch auch auf dem Kindle lesen – da kannst du die Schrift größer einstellen und so „barrierefrei“ lesen ;)
      Liebe Grüße

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  2. Margareta Gebhardt schreibt:

    Hallo ,

    Klingt sehr interessant und spannend.
    LG Margareta

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  3. AniMage schreibt:

    Habe die bisherigen Bücher auch gelesen und kann die Empfehlung nur bestätigen. :)

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  4. Pingback: [Freitagsrezi] Peter Grant 2: Schwarzer Mond über Soho | Lila Lummerland

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