[Freitagsrezi] Inspiralisiert

Gemüsespiralen – meine heißgeliebte Entdeckung in der Low Carb Küche. Dass es mehr gibt als Zoodles und Caroodles, war mir zwar klar, aber ran gewagt habe ich mich nicht so recht. Das lag einerseits daran, dass ich nur einen kleinen Spiralschneider mit begrenzten Funktionen besaß. Andererseits betrachtete ich die Gemüsespiralen viel zu lange nur als Pasta-Ersatz. Wie vielfältig die Gemüseküche mit spiralisierten Kohlrabi oder Süßkartoffeln sein kann, wurde mir erst dank „Inspiralisiert“, meinem neuesten Kochbuch, klar. Da versteht es sich wohl von selbst, dass ich euch das Kochbuch heute vorstellen möchte.

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Hintergrund 

Zu Beginn erfährt man extrem viel über die Autorin, die in sympathischer und unterhaltsamer Weise ihre Einstellung zum Essen, zu Traditionen und landestypischen Gerichten erzählt. Ali Maffucci ist nämlich Italo-Amerikanerin. Das bringt kulinarisch bereits eine große Vielfalt mit sich – aber auch viele Kalorien. Als sie als Jugendliche die Auswirkungen in Form überschüssiger Kilos bemerkt hat, hat sie viel experimentiert und ist schließlich bei ihrer heutigen, erfolgreichen Ernährungsform gelandet. Gesund und leicht und gemüsebetont sollen die Gerichte sein – und das sind sie. Erwartung erfüllt, und geschmacklich oft sogar übertroffen.

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Aufbau 

Nach der sehr ausführlichen Einleitung klärt die Autorin über eine gemüsebetonte Kost mit vielen Ballaststoffen und den gesundheitlichen Vorteilen auf. Sie geht auf Nährwerte im Vergleich zu Pasta-Gerichten ein und verspricht, dass der tägliche Gemüsekonsum auch mit Kindern dank ihrer Rezepte leicht zu handhaben ist.

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Ali Maffucci gibt einen Überblick über die verwendeten Zutaten und erklärt, warum sie bewusst auf Zutaten wie Weizenmehl in ihren Rezepten verzichtet. Es folgt eine Erläuterung gängiger Spiralschneider und der unterschiedlichen Klingen. Außerdem wird die Bedeutung der Symbole, die sich bei jedem Rezept finden und den Aufwand beschreiben, erklärt.

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Außerdem gibt es eine Reihe von Tipps zu Einkauf, Lagerung und Zubereitung der verwendeten Gemüse und den daraus hergestellten Spiralen. Aus Erfahrung stimme ich nicht allen Tipps zu: Zucchinispiralen halten z.B. keine fünf Tage im Kühlschrank – sie werden nach zwei bis drei Tagen bitter. Aber prinzipiell sind ihre Hinweise wirklich gut und sehr hilfreich – v.a. wenn man sich gerade erst mit Gemüsespiralen zu beschäftigen beginnt.

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Die Rezepte sind nach Kategorien geordnet. Los geht es mit Frühstücksideen wie den sehr leckeren Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln oder Eier-Muffins mit Pesto und Tomaten. Es folgen Snacks & Beilagen wie zum Beispiel Chicorée-Schiffchen mit Bete, Ziegenkäse und Granatapfel oder Zitronen-Knoblauch-Brokkoli mit Bacon. Beide eignen sich übrigens auch als Hauptgericht, wie ich finde. Auch die Salsa mit Gurke, Avocado und Erdbeeren gibt einen guten Mittagssalat her.

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Im nächsten Abschnitt widmet Ali Maffucci sich Suppen, Eintöpfen und Salaten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, aus diesem Kapitel noch nichts ausprobiert zu haben. Was mich reizt: Ein Birnen-Feigen-Salat mit Pistazien oder Birnen-Grünkohl-Salat mit Steakstreifen.

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Dann folgt das Kapitel Sandwiches, Wraps & Mehr, wobei vor allem das „Mehr“ viel kann: Jalapeño-Truthahn-Burger mit Kohlrabi-Salat oder Süßkartoffel-Mini-Pizza mit Oliven – zum Reinsetzen!

Weiter geht es mit Ofengerichten wie zum Beispiel einem Steckrüben-Puten-Auflauf mit Gruyère und Brokkoli – der steht noch auf meiner To-Cook-Liste. Aber auch Auflauf mit Fenchelwürstchen und Butternusskürbis klingt einladend.

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Da man aus den Gemüsespiralen mit Hilfe eines weiteren Zerkleinerungsschritts gut Gemüsereis machen kann, gibt es auch dazu ein Kapitel, das sich Lammkaree mit Gemüse-Couscous oder gebratenem Süßkartoffelreis widmet.

Erst spät folgen die Pasta-Ersatz-Gerichte, die wahrscheinlich auch dank des Instagram-Accounts von Ali Maffucci (@inspiralized) bereits recht bekannt sind: Bacon e Cacio e Pepe oder der Sesam-Mandelbutter-Kohlrabi-Topf sind der Hammer!

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Die letzten Rezepte sind allesamt süße Versuchungen, die unter der Überschrift Desserts zusammengefasst werden. Hier findet man Mandelbutter-Riegel mit Pekannüssen und Möhren (muss ich unbedingt mal machen!), Kochbananen-Kokos-Reispudding oder Apfel-Ambrosia-Obstsalat.

Zum Schluss gibt es eine knappe, aber durchaus ausreichende Warenkunde zu den Gemüsesorten, die zuvor in den Rezepten vorkamen, sowie Nährwerttabellen. Die Informationen sind wertvoll und in ihrer Kompaktheit eine sehr gute Ergänzung zum kulinarischen Part des Buches.

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Rezepte 

Die Rezepte sind unfassbar vielseitig. Mir war gar nicht klar, dass das alles mit Gemüsespiralen geht! Ich muss aber auch zugeben, dass einige Rezepte sehr aufwändig sind – deshalb habe ich davon einige noch gar nicht ausprobiert.

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Dafür hat mir alles, was ich ausprobiert habe, sehr gut geschmeckt! Bei manchen sehr ausgefallenen oder teuren Zutaten (z.B. Mandelbutter) habe ich einfach improvisiert – Kochbücher sind ja schließlich zur Inspiration gedacht und nicht als strenge Regelwerke ;)

Schade finde ich, dass nicht alle Rezepte bildlich abgebildet sind. Dafür gibt es zu den Rezepten immer noch einen – oft überflüssigen – Einleitungstext, den man beim Kochen ohnehin nicht liest und der daher irgendwie fehl am Platz ist. Die kleinen Zubereitungstipps oder Alternativ-Vorschläge hingegen finde ich sehr gut und alltagstauglich!

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Fazit 

Nicht nur für Low Carb Fans, die gerne Pasta durch Gemüsespaghetti ersetzen, absolut empfehlenswert (es sind auch gar nicht alle Rezepte Low Carb, das sollte man immer bedenken, wenn man auf seine Kohlenhydratzufuhr achten möchte)! Jeder, der gerne Gemüse isst, vielseitiges Essen liebt, Aufwand nicht scheut und offen für Neues ist, wird dieses Kochbuch lieben! Seid euch aber darüber im Klaren, dass ihr einen sehr guten Spiralschneider braucht. Ich persönlich habe beim Kochen mit „Inspiralisiert“ sehr gute Erfahrungen mit dem Spirali von Lurch gemacht.

Unterschrift1Bedanken möchte ich mich beim riva Verlag, der mir „Inspiralisiert“ freundlicherweise zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat!

 

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