Die Sache mit der Selbstwahrnehmung

„Und an manchen Tagen gucke ich mir meinen Popo gar nicht erst im Spiegel an, wenn ich schon das Gefühl hab, dass meine Brüste schielen“, sagt eine meiner Freundinnen, als wir uns über ausbleibende Ergebnisse beim Sport unterhalten.

Aber was heißt das eigentlich – ausbleibende Ergebnisse? Heißt das, man nimmt trotz hohem Sportpensum nicht weiter ab? Oder heißt das, die Cellulitis ist immer noch nicht verschwunden, die Dehnungsstreifen als verhärtete Geweberisse immer noch deutlich sichtbar, der Taillenumfang seit drei Monaten nicht geschrumpft?

Wer Sport treibt und obendrein vielleicht auch noch auf die Ernährung achtet, kennt es bestimmt: Diese Tage, an denen man sich trotz Disziplin und Durchhaltevermögen scheußlich und schwabbelig findet und sich fragt, warum man eigentlich so hart an sich arbeitet.

Und diese Tage hat jeder. Auch die Menschen, die das vielleicht nicht so offen zugeben.

Wichtig ist, sich davon nicht beeinflussen zu lassen. Man sollte seine Laune nicht von der Zahl auf der Waage steuern lassen. Die Waage ist sowieso ein ganz gemeines Instrument. Lasst euch von ihr wirklich nicht verunsichern! Und glaubt mir: Ich selber habe erst sechs Kilogramm abgenommen, dann drei wieder zu, der Taillenumfang ist währenddessen weiter geschrumpft. Die Waage kann also sagen, was sie will.

Aber auch ich stehe manchmal vor dem Spiegel und fühle mich trotz Sport dick. Manchmal kann man – gerade als Frau – gar nichts dafür, da unser Körper sich im Laufe des Zyklus ohnehin ständig verändert, Wasser einlagert oder wieder ausschwemmt. Dann gibt es ja auch noch den bösen Stress, der die Hormonausschüttung beeinflusst. Ein hoher Cortisol-Spiegel im Blut hemmt ebenfalls die Abnahme – selbst, wenn eure Energiebilanz negativ ist, ihr also weniger Kalorien zu euch nehmt als ihr verbrennt.

Selbstwahrnehmung ist subjektiv. Neben der Waage kann euch sogar euer Spiegelbild anlügen. Zu verbissen sollte man da also so oder so nicht sein. Und vielleicht konzentriert ihr euch auch einfach mal gar nicht so sehr aufs Äußere. Denn wenn man viel Sport macht, dann geht es doch auch darum, seine Leistung zu steigern, stärker zu werden, neue Herausforderungen zu meistern, sich gut, sexy und gesund zu fühlen, selbstbewusst (sich seiner Selbst bewusst!) zu sein, seinen Körper zu spüren, eine Verbindung zwischen Verstand und Muskeln aufzubauen, auf die man sich verlassen kann.

Vielleicht konzentriert ihr euch bei eurem nächsten Workout also mal vielmehr darauf, was es euch geistig und mental bringt. Wie ihr euch fühlt – nicht, wie ihr euch ANfühlt. Denn: In einem starken Körper wohnt ein starker Geist. Und dem sind zwei Kilo mehr oder weniger egal. Der meistert Herausforderungen, überwindet Grenzen und genießt das Leben. 

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3 Antworten zu Die Sache mit der Selbstwahrnehmung

  1. britti schreibt:

    Genau richtig. Toller Beitrag. LG britti ♡

    Gefällt 1 Person

  2. Linda schreibt:

    So ist es! Und ich könnte direkt eine ähnlich lange Antwort zu deinem Blogbeitrag verfassen 🙂

    Gefällt 1 Person

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