GOP Varieté Theater Bonn: Rockabilly

Die bewegende Musik der 50er und 60er Jahre, Petticoats, Rock ’n‘ Roll, sexy Hüftschwung und Milchshakes – all das ist die neue Show „Rockabilly“, die seit vielen Jahren von Besuchern des GOP gefeiert wird und nun in Bonn gastiert.

Nun bin ich etwas unschlüssig, was das neue Programm im wunderbaren Bonner Varieté Theater mit dem vielversprechenden Namen „Rockabilly“ betrifft, das ich am Donnerstag bei der Presse-Premiere sehen durfte.  Spoiler: Am besten ist der singende Koch.

Das Programm war ziemlich gehyped, nicht zuletzt auch durch das Wissen, dass es die einzige Show ist, die nicht nur einmal in jedem GOP Haus (sieben gibt es in Deutschland) gastierte. Erst eine Woche zuvor beendete sie ihre vierte Spielzeit in Bad Oeynhausen. Insgesamt wird „Rockabilly“ seit acht Jahren aufgeführt, immer mit dabei das Moderatoren-Duo Max Nix und Willi Widder Nix. Die beiden führen nicht nur durch die Show, sie sind – ganz im Sinne des GOP-Slogans – die Show. Und wer die beiden noch gemeinsam auf der Bühne erleben möchte, sollte sich beeilen, denn nach dieser Spielzeit im Bonner GOP beendet Max Nix seine Bühnenkarriere.

Natürlich sind beides Künstlernamen. Eigentlich heißen sie Thomas Nigl und Marco Pfriemer und sind obendrein die Regisseure von „Rockabilly“, das seit 2008 in den GOP Häusern die Massen begeistert.

Jugendlich-fröhliche Artistik 

Seilchen springen, Hula Hoop, Rollschuhartistik – die einzelnen akrobatischen Einlagen sind beschwingt und voller Energie, sie machen Spaß beim Zusehen. Und wie so oft vermitteln sie bei absoluter Professionalität und beeindruckender Körperspannung das Gefühl, dass alles, was da gezeigt wird, doch ganz einfach ist.

Selbst die Jonglage ist erfrischend anders. Kein Wunder, wenn man überlegt, dass Rokko Valentino (Valentino Bihorac) damit schon einen Weltrekord gewonnen hat. Warum die zwei unterschiedlichen Namen? Alle Artisten agieren hier unter Rockabilly-tauglichen Künstlernamen. Johnny B. Hoops zum Beispiel heißt eigentlich Igor Boutorine und ist einer der sehr seltenen männlichen Hula Hoop Artisten. Er versprüht dabei so viel Freude und beherrscht bis zu vier Hula Hoop Ringe gleichzeitig, die um seinen Körper herumwirbeln. Einfach toll!

Ebenfalls mit Ring, aber in der Luft, vollführt Marie-Ann (Alexanne Raby) schwungvolle Akrobatik, die dabei herrlich wild und frei und lebensfroh ist. Und Fräulein Hildegard (Anezka Bockova) zeigt, wie artistisch ein Sprungseil sein kann.

Toni Farello (Ralf Lindner) begeistert mit dem Einrad bis man vor Spannung den Atem anhalten muss – ebenso auch bei der Vorführung der Giurintanos (die wirklich so heißen!): Das Paar legt eine Darbietung auf Rollschuhen aufs Parkett, bei der man ständig zwischen Kopfschütteln und Luftanhalten wechseln muss, so spektakulär ist, was die beiden drauf haben.

Musik zum Mittanzen 

Der Name der Show ist Programm. Schon beim Essen im Theatersaal wird man dank der passend-bewegenden Musikuntermalung auf das folgende Bühnengeschehen eingestimmt.  Am Ende steht sogar noch ein singender Überraschungsgast auf der Bühne: Luigi, der Koch (Tode Bajanski), der den Saal zum Kochen bringt. Die Stimmung ist gut, die Show macht Spaß, wären da nicht….

 Karnevalistische Gags 

Anders weiß ich es nicht zu beschreiben. Wer zu „Viva Colonia“ greift und Konfetti aus der Hosentasche mit dem wenig enthusiastisch ausgesprochenen Wort „Stimmung!“ auf der Bühne und den Gästen der ersten Reihe verteilt, kommt mir vor wie ein Büttenredner. Und ich bin kein großer Karnevalsfan. Die Moderationen von Max Nix und Willi Widder Nix bestehen aus schlechten Witzen, die davon leben, dass Willi immer ein bisschen beschränkt wirkt. Außerdem werden Zaubertricks vorgeführt und direkt entlarvt, aber irgendwie nicht charmant oder ironisch, sondern plump. Witze auf Willis Kosten werden von Max – direkt nachdem dieser den Witz gemacht hat – kommentiert mit „Ist das bescheuert“, was jedesmal die Stimmung ausbremst. Für mich waren die Moderationspausen leider echte Dämpfer im Programm, weshalb mich die Show irgendwie nicht mitreißen konnte.

Saisonales Menü 

Passend zur Jahreszeit, in der „Rockabilly“ aufgeführt wird, beherrschen Spargel und Erdbeeren zu meinem großen kulinarischen Glück das Drei-Gänge-Menü. Eine Sauerampfer-Spargel-Suppe bildet den würzigen Auftakt. Es folgt Zanderfilet auf Pasta mit einer Weißweinsauce zu ein bisschen Spargel. Der Nachtisch ist eine cremige Erdbeer-Mousse, die – ganz typisch für die GOP Desserts – nicht beschwert.

Die vegetarische Hauptspeise ist mittlerweile auch gewachsen und eine echte Alternative zur Standard-Hauptspeise. Den Pasta-Anteil auf dem Teller empfand ich im Vergleich zu den letzten Menüs erstaunlich hoch. Dafür wurde gefühlt am Gemüse gespart. Das fand ich etwas schade, angenehm gesättigt war ich aber auf jeden Fall.

Mein Fazit

Ein Abend mit Höhen und Tiefen, der zwar kurzweilig durchaus Spaß gemacht hat, mir aber aufgrund des sehr deutschen Humors und der bremsenden Moderation nicht zu 100 Prozent zugesagt hat. Die extrem hohen Erwartungen, die durch die Ankündigungen rund um das Programm entstanden waren, konnten für mich nicht erfüllt werden. Natürlich ist das Geschmackssache und Varieté ist nun mal so unterschiedlich wie die Besucher selbst. Bisher bin ich von den Shows immer absolut begeistert gewesen, weshalb ich mich schon jetzt auf das Sommer-Programm freue, das im Juli Einzug in das Bonner GOP halten wird.

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