Magie trifft Comedy: Die große Coperlin Show im GOP Varieté Theater Bonn

„Sie werden gar nicht anders können als mitzulachen“, sagt die Direktorin des GOP Bonn, Julia Feirer. Noch bin ich skeptisch, erwarte ich doch eine Mischung aus affektierten Witzen und simplen Zaubertricks. Was dann aber auf der Bühne passiert, haut mich um: Die große Coperlin Show ist Varieté at its best – charmant, atemberaubend, witzig.

Der große Coperlin 

Übertrieben, schmierig und dabei ganz herrlich charmant: Dustin Nicolodini verkörpert den Gastgeber der Show, Coperlin himself, der mit mehr als einem Augenzwinkern und entlarvenden Nummern durch den Abend führt. Obwohl seine Witze manchmal wirklich flach sind, reißt er sie mit Konfetti und „eh… wow“ und einer nach oben gezogenen Augenbraue wirklich so weit nach oben, dass die Show lustig, humorvoll und unterhaltsam ist.

Die goldenen 20er: Tanzballett, Swing und beeindruckende Artistik  

Prunk, Glamour, ein Hauch Las Vegas – all das findet sich in der Show und lässt die alten Revuen und den Glanz längst vergessener Tage wieder aufleben. Von Stepptanz bis Antipoden-Artistik ist alles dabei. Und es gibt sogar eine Pole Dance Nummer.

Am liebsten sehe ich persönlich mir ja immer die Handstandakrobatik an. Da bleibt mir immer kurz der Mund offen stehen, so beeindruckt bin ich von so viel Körperbeherrschung, purer Kraft und geschmeidiger Ästhetik.

Völlig begeistert hat mich aber dieses mal die wirklich rasante Aufführung des Tellerdrehers. Ein kreatives Chaos auf der Bühne, Jonglage, Nervenkitzel, ein begnadeter Künstler, der alles dafür tut, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, und ganz viele nervöse Zurufe aus dem Publikum: Diese Nummer zieht alle Zuschauer in ihren Bann und endet in einem kollektiven Durchatmen und tosendem Applaus. Zurecht!

Ein bisschen irritierend: die Goth Rock Magier  

Ein wenig unpassend kommt die letzte Nummer des Abends daher: Ein Magier-Duo aus Großbritannien, das düstere Tricks vorführt, die für Staunen sorgen, aber weder Humor noch Augenzwinkern mitbringen. Sie wirken wie ein Anachronismus aus der Zukunft und katapultieren den Zuschauer verfrüht aus den goldenen 20ern zurück ins Hier und Jetzt. Etwas schade, aber den Gesamteindruck der Show schmälern sie nicht: Es hat wirklich ganz viel Spaß gemacht.

Besonders gefallen hat mir dabei, dass die einzelnen Künstler sehr viel Zeit hatten, ihre Nummern zu entfalten und aufzubauen. Die Show ist nicht hektisch, die Übergänge sanft und langsam, und auch das verstärkt den Eindruck der Zeitreise in eine angenehm entschleunigte Welt voller schöner Momente.

Zu sehen ist die große Coperlin Show bis zum 5.11.2017 und wer Varieté mag, sollte sie sich ansehen! 

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