[Freitagsrezi] KLARHEIT

Spätestens im September kribbelt es mir immer in den Fingern und allerspätestens im Oktober stürme ich die Schreibwarenabteilungen: Da möchte ich den Kalender für das nächste Jahr kaufen, denn ohne meinen Kalender bin ich nackt. Zumindest fühlt es sich so an. Oder gehirnamputiert. Denn ohne meinen Kalender habe ich weder meine Termine, die ich nur sporadisch in den Handykalender eintrage, im Blick, noch schaffe ich es ohne etwas Handfestes zum Hineinschreiben, auch nur die Hälfte meiner To-Do-Liste im Laufe der Woche zu behalten und abzuhaken.

Wer schreibt, der bleibt 

Ich war immer schon so ein Von-der-Hand-in-Kopf-Typ. Alles, was ich zum Lernen mit der Hand niedergeschrieben hatte, wanderte automatisch in mein Hirn und setze sich dort besser fest. Geschrieben habe ich schon immer gern und so stellte ich relativ schnell fest, dass die Gegenrichtung meiner Lernmethode ebenfalls ziemlich gut funktionierte: Alles, was ich aufschreibe, schwirrt mir nicht mehr im Kopf herum und verstopft nicht meine Gedankengänge.

Ich kann besser denken, wenn ich alle bereits gedachten oder angefangenen, unausgegorenen Ideen auf ein Blatt Papier outsoure, während ich meinen Arbeitsspeicher für die aktuellsten und neuesten Gedanken nutzen kann.

Meine daraus resultierende Vorliebe für einen begleitenden Kalender begann in der Schule mit den allseits beliebten Schülerkalendern und schwang danach um zu Jahreskalendern – vorwiegend im A5-Format, sodass ich ihn immer und überall dabei haben konnte. Und auch heute sind mein Kalender und ich unzertrennlich. Sogar mehr denn je, denn seit dem letzten Jahreswechsel nutze ich KLARHEIT.

Und KLARHEIT ist viel mehr als nur ein Terminkalender.

Life Coach, Kalender, Selbstführungstool 

KLARHEIT verbindet die Organisation des täglichen Lebens mit der Organisation übergeordneter Lebensziele – sowohl kurz- als auch langfristig. Das Buch im A5-Format soll Klarheit in Kopf und Leben bringen und dabei helfen, sich zielgerichteter und fokussierter durch den Aufgaben- und Zieledschungel des Alltags zu bewegen.

Wie stellt KLARHEIT das an?

Zum einen gibt es dafür verschiedene Bereiche im Buch: den Coaching-Teil und den Kalender-Teil.

Zum anderen hilft KLARHEIT dabei, sich auf Erfolge und das Positive im Leben zu konzentrieren, zu lernen statt zu bereuen, nach vorn statt nach hinten zu schauen, strukturiert zu sein und sich selbst zu sammeln. KLARHEIT hilft dabei, sich zu orientieren im To-Do-Dschungel und auf der Terminachterbahn des alltäglichen Wahnsinns. Wo stehe ich? Wo will ich hin? Und wie erreiche ich das? Kurz-, aber auch langfristig. Die positive, bejahende Ausrichtung unterstützt außerdem, dass man seinen eigenen Fortschritt sichtbar zu Papier bringt und sich seine eigene Entwicklung vor Augen führen kann. Das motiviert.

Nach fast einem Jahr mit KLARHEIT bin ich so zufrieden damit, dass ich mir bereits meine KLARHEIT für 2018 gekauft habe. Außerdem möchte ich dir das Tool gerne vorstellen und dich damit eventuell dazu anregen, dir ebenfalls KLARHEIT zu verschaffen.

 

Coaching mit KLARHEIT 

Das Jahr startet mit einem sehr ausführlichen Coaching-Teil. Übrigens ist KLARHEIT blanko, du kannst also jederzeit starten, wenn du das Gefühl hast, du brauchst das. Du musst nicht bis Neujahr und auf die Jahreszeit der guten Vorsätze warten. Starte jetzt. Oder in sechs Monaten.

Nimm dir Zeit.

Denn der Coaching-Teil zu Beginn ist intensiv. Du setzt dich sehr tiefgreifend mit dir, deinen Werten, Zielen und Gefühlen auseinander. Dazu braucht man Ruhe. Fragen wie „Welche Qualitäten sind mir bei guten Freunden wichtig?“ oder „Welche unterentwickelten Talente möchte ich auf meiner weiteren Reise gerne mehr fokussieren?“ benötigen Raum und Zeit und Ruhe. Ich selbst habe dafür gut vier Stunden gebraucht.

Man startet mit einer Ist-Analyse der Lebenssituation und betrachtet dabei die verschiedenen Bereiche Arbeit & Ausbildung, Körper & Gesundheit, Finanzen & Materielles, Gedanken & Emotionen, Kreativität & Inspiration sowie Familie & Freunde. Weiter geht es mit Werten, Eigenschaften und Träumen und damit, was dir Energie gibt und raubt.

Im nächsten Schritt betrachtet man, wie man auf sein Leben zurückblicken möchte und was man dafür an der jetzigen Situation ändern möchte. Das fand ich persönlich sehr schwierig, weil es voraussetzt, dass man weiß, was man will. Die nächste Doppelseite verdeutlicht das noch einmal, indem man seine Ziele aufteilen soll in solche, die man im nächsten Jahr, in drei oder zehn Jahren oder generell im Leben erreichen möchte. Dann konkretisiert man die Ziele für die kommenden zwölf Monate, bevor man mit dem Jahr startet.

KLARHEIT – das ganze Jahr über 

Das Jahr besteht bekanntlich aus zwölf Monaten. Für jeden Monat gibt es eine Vorschau, in der man sich darauf konzentriert, welche (Teil-)Ziele in den nächsten vier Wochen wichtig sind, worauf man achten möchte, was man anfangen, aufhören, erreichen möchte. Natürlich wird auch jeder Monat einer Review unterzogen. Man vergibt sogar eine Note von 0 bis 10, wobei 10 die bestmögliche ist. Anhand dieser Noten kann man am Ende des Jahres wirklich toll sehen, wie das Jahr verlaufen ist.

Außerdem ist es interessant, wie sich die Prioritäten der Monatsvorschau über das Jahr hinweg ändern. Anhand dieser kurzen Einheiten, in denen man einmal im Monat innehält, kann ich wirklich gut meine Entwicklung sehen. Diese kurzen Momente des Sich-vor-Augen-Führens finde ich unglaublich wichtig, denn sie ermöglichen, den eigenen Lebensalltag mit Abstand zu betrachten und auf einer Meta-Ebene darüber nachzudenken, ob bestimmte, oft kleinliche Dinge, wirklich so wichtig sind oder ob man sie nicht einfach lassen kann. Die Monatsreviews können augenöffnend sein – ebenso wie der Coaching-Teil zu Beginn. Man muss aber ehrlich mit sich sein und den Drang abschalten, etwas zu schreiben, dass vielleicht sozial erwünscht wäre. KLARHEIT behält deine Geheimnisse und Gedanken für sich, du darfst ihr alles anvertrauen.

Und das finde ich sehr erleichternd. Ich nutze KLARHEIT auch als Tagebuch, denn hinten sind einige freie Seiten für Notizen drin, die ich vollgeschrieben habe mit meinen Gedanken und Gefühlen. Mir persönlich hilft das, mit Situationen, die mich bewegen, umzugehen. Und so habe ich alles gebündelt an einem Ort und kann meine Lebenssituation mit meinen Gedanken in Verbindung bringen und erkennen, welche Stellschrauben für mich funktionieren, um mich besser zu fühlen.

Der KLARHEIT Kalender 

Eine Doppelseite pro Woche bietet KLARHEIT, wobei die Wochentage für Termine nicht mal die Hälfte des Platzes ausmachen. Hinzu kommen ein großes Feld für To Dos, drei Wochenziele, die man individuell festlegen kann und ein kleiner Ausblick auf die Termine der nächsten Woche. Jede Woche legt man ganz am oberen Rand der Doppelseite zudem einen Fokus fest, nach dem die Woche ausgerichtet werden soll. Es gibt ein Feld für Notizen und – besonders schön – ein Feld, in dem man festhalten kann, was Positives passiert ist, wofür man dankbar ist, worüber man sich gefreut hat etc.

Für mich ist die Wochenansicht perfekt, da ich viele meiner Aufgaben als Wochenaufgaben ansehe. Am Ende zählt nicht der einzelne Tag, sondern die Woche, denke ich mir oft, vor allem, wenn ein Tag mal nicht ganz so gut gelaufen ist.

Mir bietet KLARHEIT durch die Aufteilung in der Regel genügend Platz. Sicher gibt es manchmal Wochen, in denen ich gern noch mehr Platz hätte, aber andererseits gibt es ja auch hinten noch die Notizen oder man klebt eben doch mal ein Post-it hinein.

Gewohnheiten entwickeln 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aus gutem Grund, denn wenn etwas zu unseren Gewohnheiten gehört, denken wir nicht darüber nach und machen die Sache automatisch. Wir hinterfragen sie nicht. Das kann natürlich schlecht sein, aber man kann sich auch ganz bewusst gute Gewohnheiten antrainieren.

Der Kalender hat dafür einen Habit Tracker, den man ganz individuell nutzen kann. Entweder, man richtet ihn wochenweise auf ein bestimmtes Ziel aus. Das kann das Ziel sein, dass man sich als Wochenziel gesetzt hat, oder den Fokus der Woche unterstützen.

Beispiel: Dein Wochenfokus heißt „Ausreichend Schlaf“, deine Wochenziele sind 1. Jeden Tag vor 23 Uhr im Bett sein, 2. Jede Nacht mindestens 7 Stunden schlafen, 3. Nicht mehr snoozen. Dann könntest du den Habit Tracker zum Beispiel entweder immer dann abhaken, wenn du mehr als 7 Stunden geschlafen hast, oder immer dann, wenn du vor 23 Uhr im Bett warst. 

Du kannst den Habit Tracker aber auch das ganze Jahr über für dieselbe Sache nutzen. Das beeinträchtigt nicht den Wochenfokus und die Wochenziele. Ich persönlich nutze ihn, um mein Essverhalten zu dokumentieren. „Cleane Tage“ werden grün markiert.

Mehr Klarheit dank KLARHEIT 

Ich möchte KLARHEIT nicht mehr missen. Mir hilft sie sehr, mich zu besinnen, mich zu erden und natürlich, mich zu organisieren. Ich habe wirklich weniger To-Do-Listen, finde alles auf einen Blick – Termine und social life, Sport und Blog – und fühle mich gut organisiert. Außerdem ist es ein schönes Ritual, sich jeden Monat mit dem Vergangenen und dem, was da kommt, auseinander zu setzen. Man wird achtsamer, aufmerksamer und horcht vielleicht etwas besser in sich hinein.

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