Wellness im Berchtesgadener Land: unsere Flittertage auf Gut Edermann

„Und dann machen wir erst mal vier Tage Wellness – wir nennen das unsere Flittertage.“ „Ach schön, ja, das könnt ihr dann bestimmt gebrauchen nach all dem Stress.“ 

Woher kommt das eigentlich, dass eine Hochzeit mit Stress in Verbindung gebracht wird? Sollte das nicht eines der schönsten Ereignisse im Leben sein? Warum gönnt man sich direkt im Anschluss an den großen Tag einen Urlaub, um zu entspannen?

Ich gebe zu, der Urlaub war mit das Schönste an der Hochzeit. Ich hätte mir nicht vorstellen können, am Montag nach dem rauschenden Fest direkt wieder in den Alltag überzugehen. Wir waren so aufgeladen, so vollgepumpt mit positiven Erinnerungen, Liebe und Glück – und wir hatten einen wahnsinnigen Redebedarf.

„Hast du gehört, was XY gesagt hat?“ 
„Hast du mitbekommen, als A mit B getanzt hat?“ 
„Wann ist eigentlich dieses Foto entstanden, das deine Mutter uns geschickt hat?“ 
„Wo warst du eigentlich, als …“ 

Ich glaube, man braucht den Urlaub nicht als Ausgleich für Stress, sondern um ganz in Ruhe als Ehepaar in den Erinnerungen an den Hochzeitstag zu schwelgen. Wir haben tagelang davon gezehrt, konnten uns jeden Tag über neue Aspekte, die uns wieder einfielen, unterhalten, und die schönsten Momente unserer Hochzeit immer wieder aufleben lassen.

Was ist also Wellness?  

Das fragt auch Katja in ihrer aktuellen Blogparade „Wellness Spurensuche“. Für mich ist Wellness viel mehr als ein Ausgleich. Wellness sollte nicht etwas sein, das man sich erst gönnt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Wenn man gestresst ist, verspannt, übermüdet und überarbeitet. Wellness sollte genauso eine Gewohnheit sein, auf sich zu achten und sich um sich selbst zu kümmern, wie es gesundes Essen und das Treffen mit Freunden sind. Wellness sollte zur körperlichen und seelischen Gesundheit beitragen, nicht Defizite ausbügeln, die ein „busy lifestyle“ mit sich bringt. 

Wellness muss dabei natürlich nicht jedes Mal bedeuten, in ein Wellness Hotel ins Berchtesgadener Land zu fahren, aber falls ihr das vorhabt, habe ich da eine Empfehlung für euch:

Gut Edermann in Bayern 

Durch einen Zufall und ein gutes Angebot bei Urlaubspiraten wurden wir aufmerksam auf ein Wellness Hotel im tiefsten Bayern. Da wir nur vier Tage wegfahren wollten, war uns ein innerdeutsches Ziel, das wir mit dem Auto erreichen konnten, sehr recht. Das Gut Edermann liegt weit ab vom Schuss, hinter Weiden und Feldern, und die einzigen Geräusche, die man morgens hört, ist Vogelgezwitscher. Trotzdem ist die Strecke mit dem Auto gut machbar.

Das Hotel wirkt bayerisch-traditionell und strahlt eine ländliche Ruhe und Gediegenheit aus. Dabei ist es kaum kitschig (ein bisschen schon), sehr freundlich und offen mit vielen großen Fensterflächen gestaltet. Das Personal ist höflich-distanziert und professionell, wenn auch manchmal ein bisschen unorganisiert. 

Das Spa-Angebot ist umfangreich und als wir Montagabend ankamen, konnten wir problemlos für Mittwoch und sogar noch für unseren Abreisetag Donnerstag Massagetermine bekommen. Dafür durften wir dann auch eine Stunde später auschecken, um nach der Massage noch auf dem Zimmer duschen zu können. Also sehr entgegenkommend. 

Das Essen ist göttlich! Das Frühstücksbuffet ist vielseitig und gesund: hausgemachtes Birchermüsli, Eierspeisen, vorgeschnittenes Gemüse, Tomate-Mozzarella, Obstsalat, Müsli zum Selbermischen … alles, was das Herz begehrt. 

Abends kann man im hauseigenen Restaurant à la carte essen oder das jeden Abend angebotene Vier-Gänge-Menü wählen. Natürlich kann man alternativ auch Halbpension buchen, allerdings beinhaltete unser gebuchtes Angebot nur Frühstück – und als nettes Willkommensgeschenk am ersten Abend das Menü. 

Die Umgebung ist verschlafen-schön. Berchtesgaden selber ist eine Autofahrt von rund 45 Minuten entfernt, Salzburg nur ein Stück weiter. Überall sind Berge, Täler und gefühlt mehr Kühe als Einwohner. Wir machten unter anderem einen mehrstündigen Ausflug zum Hintersee und dem bezaubernden Zauberwald. Wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr den unbedingt besuchen.

Ruhe genießen

Die Ruhe, die Natur, die ablenkungsfreie Zeit zu zweit, Massage, Sauna und Schwimmbad – unsere Flittertage hatten alles, was wir brauchten, um nach der Hochzeit abzuschalten und mit allen Sinnen zu genießen. Diese Zeit ist so unfassbar kostbar und es müssen gar nicht gleich die „großen“ Flitterwochen sein, um dieses wunderbare Gefühl der tiefen Verbundenheit zu zelebrieren. Und was ich euch ebenfalls empfehlen kann: Macht ab und zu mal Wellness zusammen. Das muss ja gar kein Massagebesuch sein. Es kann ja auch bedeuten, dass ihr zu zweit einen schönen Tag verbringt – mit einem Ausflug oder einem Spaziergang oder ihr macht zusammen Waffeln in eurer Wohnung, die ihr dann genüsslich zu zweit verspeist. All das kann Wellness sein – und Wellness gehört auch in den Alltag.

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