Warum ich jetzt im Fitnessstudio trainiere – ein Vergleich: gemischtes Studio vs. Frauenfitness

Bestimmt vier Jahre habe ich kein Fitnessstudio betreten. Irgendwie fand ich das nicht zielführend und wohlgefühlt habe ich mich auch nur im Kursraum. Und da ich selbst mehrmals die Woche Kurse gebe, muss ich zugeben, dass ich kaum noch selber welche besuche. Dafür brauche ich also wirklich kein Abo im Fitnessstudio.

Wie kam es dann dazu, dass ich mich vor etwa einem halben Jahr entschieden habe, dem Studio doch noch mal eine Chance zu geben?

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Neue Ziele

Nachdem ich mich einige Zeit vor allem aufs Abnehmen, sprich: Kilos verlieren, konzentriert hatte, was ja auch dank Low Carb gut funktioniert hatte, fand ich meinen Popo etwas flach. Und gegen straffe Arme und einen festen Bauch hätte ich auch nichts auszusetzen gehabt. Beides war dank Bodyweight Training und Home Workouts bereits in Ansätzen vorhanden. Aber richtigen Muskelaufbau konnte ich durch mein Standardtraining nicht erreichen. Definieren, die Ausdauer und meine allgemeine Fitness auf ihrem bereits hohen Level halten – ja, das ging. Aber mir fehlte ein neuer Trainingsreiz. Ich wollte mehr Kraft aufbauen, schwerere Gewichte bewegen, Klimmzüge schaffen.

Neue Ziele erforderten für mich nicht nur ein neues Training, sondern auch eine neue Trainingsumgebung, einen fundierten Plan und Geräte, die ich zu Hause nicht hatte.

Mehr Möglichkeiten 

Wer hat schon eine Multipresse, eine Klimmzugstange oder einen Kabelzug zu Hause? Die wenigsten. Immerhin kostet Ausrüstung viel Geld – und viel Platz. Wer sein Wohnzimmer nicht zwingend zur Sporthalle umbauen möchte, ist bestimmt dankbar für das Angebot, das ein normal ausgestattetes Fitnessstudio bietet. Und so ging es mir eben auch.

Außerdem wollte ich die Expertise der Trainer, einen auf mich abgestimmten Trainingsplan, den ich nicht selber erstellt hatte, denn fremder Input ist oft sehr erhellend und eine tolle Inspiration, und ich wollte die Möglichkeit haben, mein Training jederzeit anzupassen – und nicht erst, wenn ich neue Hanteln oder anderes Equipment bestellt hatte.

Ein Fitnessstudio nur für Frauen? 

Ich testete ein sehr bekanntes Fitnessstudio, das es in vielen Städten gibt – unter anderem eben auch in Bonn. Herr Fuchs hatte dort bereits ein Abo und er bot an, mich mitzunehmen und mir das Studio zu zeigen. Ich war keine zehn Minuten drin, da wollte ich heulend wieder raus. Ich fühlte mich so schrecklich unwohl. So richtig konnte ich das gar nicht greifen, aber die Atmosphäre war absolut abschreckend.

Männer trainieren wie Tiere, laut, unberechenbar, besitzergreifend und raumeinnehmend, abschätzend, verbissen, mit gefletschten Zähnen und Brunftschreien.

Also flüchtete ich zurück zu Bekanntem – an die Uni, in den Hochschulsport, der auch ein kleines Fitnessstudio beinhaltet. Es ist solide, zweckmäßig und bietet alle Geräte, die man für ein Ganzkörpertraining braucht. Meine Klimmzüge wurden besser, aber so richtig zufrieden war ich nicht. Bis zur Hochzeit konnte ich die Motivation aufrecht erhalten, danach ging ich erst nur noch sporadisch, dann irgendwann gar nicht mehr hin.

Ich fühlte mich immer ein wenig wie ein Fremdköper. Beobachtet. Als wäre mein Training nicht anstrengend genug. Oder der Schweißfleck am Po zu groß. Oder als dürfte ich als Frau nicht mit so großen Hanteln hantieren. Die Blicke der Männer waren abschätzend, herablassend. Die Blicke der wenigen Frauen empfand ich dabei ebenfalls als Angriff – als würde ich ihr Revier ungefragt betreten, als wäre ich Konkurrenz. Bei jedem Besuch versuchte ich, diese Gefühle zu verdrängen. Aber ich habe auch immer versucht, mein Training so schnell wie möglich durchzuziehen.

Dann endlich die Lösung: ein Fitnessstudio nur für Frauen. In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis hat man als Frau das Glück, eines der Studios der Kette Donna`s besuchen zu können. Für mich ging es nach Endenich, ins größte der sechs Studios. Viel Licht, viel Raum, eine angenehmen und superfreundliche Atmosphäre. Und ein Trainingsplan, der meine Wünsche viel stärker in den Fokus rückte als der standardisierte Plan von vorher. Ein positives, bejahendes Probetraining unter Gleichgesinnten.

Frauen trainieren leise, konzentriert, rücksichtsvoll. Wenn sie gucken – und sie gucken – dann nur einmal, checken dich ab, lassen dich dann in Ruhe. Manche sind sogar anerkennend, oft ist der Vergleich eher motivierend als herabwürdigend.

Ich habe das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein, einer Bewegung, die Frauen bewegt und fördert. Das gemischte Studio war für mich Konkurrenzkampf – zwischen Männern und Frauen, aber auch zwischen Frauen und Frauen. Das Frauenfitnessstudio ist für mich Gemeinschaft und Motivation.

Fazit 

Fitnessstudio: Ja, gerne! Aber lieber in einem Studio nur mit Frauen. Ich fühle mich wohler und kann dadurch viel effektiver trainieren. Und ich mag die Möglichkeiten, die mir das Studio bietet, und die Fortschritte, die ich in den letzten Monaten machen konnte. Viele sagen, das Training im Studio sei nichts für sie. Vielleicht lag das bisher einfach am falschen Studio? Oder am falschen Trainingsplan? Mein Tipp: Wenn euch etwas nicht gefällt, ändert es! Und wenn ihr eurem Training einen neuen Reiz geben wollt: Fragt die Trainer im Studio, damit sie euch die Geräte erklären, die ihr noch nicht kennt. Es ist für euch – eure Zeit, euer Workout. Verschwendet beides nicht, weil ihr euch nicht wohlfühlt.

Ich konnte endlich die positiven Aspekte des Trainings im „Fitti“ erleben und habe sie schätzen gelernt. Danke, liebes Donna’s Team in Endenich, dass ich diese Chance von euch erhalten habe!

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