Ich wär so gern ein Yogi – Part 2: Meine Erfahrungen mit Ashtanga Yoga für Yoga-Anfänger

You are a different kind of beginner,“ sagt meine Lehrerin Katy nach der ersten Mysore Class, die ich morgens um 6 Uhr besuche. Sie meint damit, dass ich wenigstens schon mal den Sonnengruß A und B kann, weil ich den aus den Vinyasa Klassen kenne, die ich in den letzten Monaten besucht habe.

So unterschiedlich sind Vinyasa und Ashtanga nämlich nicht: Die Asanas, also die Posen, Figuren und Haltungen, heißen gleich und sehen auch gleich aus – mit dem Unterschied, dass die Finger beim Ashtanga immer zusammen sind, nicht gespreizt.  

Vinyasa what? Von vorne bitte! 

Du kennst keinen dieser Begriffe und denkst jetzt „Wovon redet die hier eigentlich?“? Keine Sorge, mir ging es ähnlich. Yoga ist eine ganz eigene Welt, die sich mir auch nur schrittweise eröffnet. Seit vier Monaten gehe ich jetzt regelmäßig zu Yoga Klassen. Endlich habe ich mein Studio gefunden: The Vinyasa People in Bonn. Hier habe ich einen Einsteigerkurs (sechs Termine, 1x wöchentlich, sehr zu empfehlen!) besucht, um die grundlegenden Asanas zu erlernen, mit denen man bereits „in den Flow“ kommt. Vinyasa ist dabei eine sehr spielerische, kreative Art, die einzelnen Asanas aneinander zu reihen, um einen eigenen Flow zu kreiieren. Man ist recht frei und kann je nach Tagesform variieren.  

Ich teste Ashtanga Yoga 

Etwas anders ist das beim Ashtanga Yoga. Hier gibt es eine vorgegebene Reihenfolge, eine Sequenz, an der man arbeitet. Dabei werden immer mehr Übungen eingebaut, die für jeweils fünf oder sogar zehn Atemzüge gehalten werden, bis man irgendwann die gesamte „Primary Series“ beherrscht. Das ist aber schon ein ziemlich weit in der Zukunft liegendes Ziel. Meine allererste Konfrontation mit Ashtanga Yoga war entsprechend frustrierend:

Ich besuchte eine sogenannte Led Class, bei der der Lehrer die Teilnehmer durch die vorgegebene Sequenz führt, indem er zählt und ansagt. Katy hieß mich willkommen, sagte aber direkt, dass ich es nicht übertreiben sollte und nur die Übungen mitmachen soll, die ich schaffe. Der Kurs sei sehr dynamisch und schnell und herausfordernd. 

Nun wäre ich nicht ich, wenn die Erfahrung, etwas nicht auf Anhieb zu meistern, nicht meinen Ehrgeiz wecken würde. Nach der einstündigen Led Class war ich frustriert, wollte einen Kopfstand können und den meditativen Aspekt dieser herausfordernden Praxis begreifen. Der stellt sich übrigens durch das laute Atmen ein und durch die im Rhythmus damit vollzogenen Asanas – aber das muss man eben auch erst üben.   

Mysore: Yoga für early birds 

Katy sagte, ich solle einige Zeit – am besten einige Monate – die Mysore class besuchen und erst dann wieder zu einer Led class kommen. Weil Ashtanga erst dann wirklich Sinn ergeben würde, wen man es für sich selbst praktiziert. Eine Woche später stand ich um 6 Uhr morgens auf der Matte – im sprichwörtlichen und wortwörtlichen Sinn.

Und damit wären wir wieder am Anfang: Ob ich mich an den Sonnengruß erinnern würde, fragt Katy. Ja. Also steige ich – wie übrigens jeder – mit je fünf Runden Sonnengruß A und B ein. Und wie viel man da schon falsch machen kann! Und wie lange fünf Atemzüge sein können, wenn man eine Asana halten muss. Meine erste Mysore Class dauert grandiose 30 Minuten. Mehr Übungen bekomme ich erst mal nicht, schließlich soll ich mich beim nächsten Mal noch an die richtige Reihenfolge erinnern.

Mysore ist der traditionelle Weg, Ashtanga zu praktizieren. Gemeinsam, aber jeder für sich. Jeder startet, wenn er ankommt, mit den Sonnengrüßen und geht in seine individuelle Praxis über. Das einzige Geräusch: der surrende Atem der Teilnehmer. Musik ist tabu. 

Es wird gesungen! 

Ok, ein bisschen Musik gibt es doch. Zu Beginn der Praxis singen wir das Eröffnungsmantra. Zum Schluss singen wir das Friedensmantra. Auswendig kann ich beide noch nicht, deshalb singen wir meist in Call and Response mit Katy. Danach habe ich immer einen Ohrwurm. 

„Hug the Lotus!“ 

Nach nur fünf Wochen, in denen ich manchmal zweimal, meist aber nur einmal zur Mysore Class gegangen bin, ist meine Sequenz von 30 Minuten auf über eine Stunde angewachsen. Die Asanas werden nicht unbedingt einfacher. Erst heute Morgen bat Katy mich, den Lotus zu umarmen – und zwar, während ich im Schulterstand den Popo in die Luft streckte. Klingt witzig? War es auch. Denn so streng das alles vielleicht klingt – beim Ashtanga Yoga darf auch gelacht werden.  

Tipps 

Ich bin jedenfalls ganz angetan von dieser, meiner ganz eigenen Yogapraxis und übe fleißig weiter. Falls ich mal die Reihenfolge vergesse, gibt es supergute und hilfreiche Cheat Sheets und weiterführende Information hier.

Da die Praxis extrem schweißtreibend ist, rutsche ich auf den Studiomatten immer weg. Nachdem ich die wirklich grandiosen Yogamatten-Testberichte bei Fuck lucky go happy (Yogamatten im Test | Liforme Matte im Test) gelesen habe, habe ich mich für eine Liforme Matte entschieden und bin damit hochzufrieden.

Zum Schluss lege ich euch noch Katys Blog Home is where the mat is ans Herz. 

Habt ihr Erfahrungen mit Ashtanga Yoga? 

Die tollen Bilder hat übrigens Mathias Radke gemacht. Schaut doch mal bei ihm auf Instagram vorbei.

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